DIE WERRA-RUNDSCHAU BERICHTET:

Wurst und Käse sind immer gefragt

Maximilian Lippold besuchte die Eschweger Tafel.

Maximilian Lippold besuchte die Eschweger Tafel und berichtet über deren Arbeit
 

Eine große Frankfurter Zeitung betreibt das Projekt „Jugend schreibt“, indem sie Beiträge von Schülerinnen und Schülern hessischer Gymnasien veröffentlicht. Unter denen, die für einen Beitrag ausgewählt wurden, war auch Maximilian Lippold aus Altenburschla, der das Eschweger Oberstufengymnasium besucht. Maximilian besuchte die Eschweger Tafel und schrieb einen Beitrag über deren Arbeit.

 

ESCHWEGE. „Kommen Sie rein“, sagt die große, kurzhaarige Frau und öffnet die Tür, während sie das Telefon an ihr rechtes Ohr hält. In der 1998 gegründeten Eschweger Tafel herrscht schon reger Betrieb. Die Lebensmittel müssen sortiert werden und außerdem haben die Feiertage die Ausgabe der Lebensmittel komplett durcheinandergebracht. Normalerweise werden Montag, Mittwoch und Freitag die Lebensmittel ausgeteilt, immer dienstags, donnerstags und samstags sortiert.

Margot Furchert war schon immer ehrenamtlich tätig. Früher im Sport und nun ist sie schon seit sechs Jahren Vorsitzende der Tafel. Zum Amtsantritt wurde ihr noch gesagt, dass die Tafel in der Kreisstadt keine Arbeit, sondern ein Selbstläufer sei. Doch das ehrenamtliche Unternehmen hat sich stark vergrößert. Die Vorsitzende arbeitet in der Woche mindestens 20 Stunden. Dazu kommen 30 weitere ehrenamtliche Helfer und ein hauptberuflicher Fahrer. Der wird dringend benötigt, denn er ist sechs Tage in der Woche damit beschäftigt, die Lebensmittelmärkte und Bäcker anzufahren und die Spenden einzusammeln. Dazu Margot Furchert: „Bei der Tafel kann nur arbeiten, wer nicht mehr berufstätig ist“.

 

400 Bedürftige werden versorgt

Natürlich kann nicht jede Person Lebensmittel von der Tafel beziehen. Die etwa 400 Bedürftigen müssen sich ausweisen. Entweder beziehen sie Arbeitslosengeld II, besitzen einen Sozialhilfebescheid oder bekommen nur eine geringe Rente und müssen unterstützt werden. Da ist die Vorsitzende der Tafel natürlich an Vorschriften gebunden und Ärger mit den Kunden bleibe da auch nicht aus. Die Tafel könne sogar ihre Gemeinnützigkeit verlieren, wenn sie nicht genaue Regeln befolgt. Deshalb müsse man sich immer viel Zeit nehmen, um die Bedürftigkeit der Menschen zu prüfen.

Während man aus dem anderen Raum die Stimmen der Mitarbeiter und von der Straße den Lärm von Straßen-Bauarbeiten hört, betont Margot Furchert, dass neben den Lebensmitteln vor allem auch Geldspenden sehr wichtig seien. „Wir brauchen jeden Monat um die Tür aufzuschließen 2500 Euro.“ Das Geld wird für die Miete, den Fahrer und das Benzin benötigt, denn täglich werden bis zu 100 Kilometer gefahren.

Lebensmittelspenden von einzelnen Personen sind nur selten und sehr gering. Hauptsächlich spenden die örtlichen Bäcker und Lebensmittelläden wie Rewe, Edeka und Lidl. Es werden sehr viele Lebensmittel gesammelt, die nah an der Grenze sind. Allerdings muss da zwischen Mindesthaltbarkeit und „Zu verbrauchen bis…“ unterschieden werden. Lebensmittel, die letzteren Aufdruck haben, dürfen und können nach diesem Datum wirklich nicht mehr verbraucht werden. Die anderen Lebensmittel mit Mindesthaltbarkeitsdatum können auch noch nach dessen Ablauf verzehrt werden.

Doch Geschäfte müssen diese Lebensmittel nach dem Ablauf entsorgen. Und genau die werden von der Tafel eingesammelt. Weniger gut ist die Versorgung mit Wurst und Käse, dabei sind gerade diese Produkte sehr gefragt. Umso besser dagegen die Zusammenarbeit mit den Bäckern in Eschwege und Umgebung und damit die Versorgung mit Brot, Brötchen und Kuchen. Um noch mehr Lebensmittel sammeln zu können und auf die Arbeit der Tafel aufmerksam zu machen, reisen Margot Furchert und ihr Mann in die umliegenden Gemeinden und halten dort Vorträge.

Vor allem an Tagen wie Erntedankfest ist ein Wandel zu bemerken. Vor ein paar Jahren wurde die Tafel an diesen Tagen noch mit Kartoffeln und Obst überhäuft. Das hat sich aber geändert. Jetzt werden auch mehr Zucker, Mehl und Nudeln gespendet, die einen Vorrat für den Winter liefern. Mittlerweile müssen sogar extra Fahrer eingesetzt werden, die am Erntedankfest nur die Kirchen anfahren.

 

Spender: Open-Flair, Märkte, Vereine

Ein anderer Lieferant für Lebensmittel hat sich erst vor einem Jahr gemeldet, als eine junge Frau die Idee hatte, beim Eschweger Open-Flair-Festival die übrig gebliebenen Konserven und Lebensmittel einzusammeln und der Tafel zu spenden. Um selbst zu helfen, veranstaltet die Tafel selbst Aktionen, bei denen Lebensmittel oder Geld gesammelt werden. Auch Vereine, Kindergärten und Firmen haben schon Lebensmittel und Geld gesammelt und gespendet.

Natürlich werden immer Freiwillige gesucht. Denn bevor die Lebensmittel an die Bedürftigen ausgegeben werden, gehen die Lebensmittel durch mindestens drei Hände. Bereits wenn der Fahrdienst die Wahren abholt, sieht er grob darüber und sortiert bereits aus. Im Lager sortiert dann der Teamleiter die Waren und wenn zwei weitere Mitarbeiter die Lebensmittel in die Regale räumen, überprüfen auch sie noch einmal die Spenden.

Da die Tafel viele Lebensmittel von den Geschäften einsammelt, wird dort weniger weggeworfen. Und auch das, was in der Tafel aussortiert wird, wird dann noch einmal sortiert und an Kleintierhalter ausgegeben. So muss nur ein sehr geringer Teil der Lebensmittel entsorgt werden.

So betont Margot Furchert: „Wir erfüllen eine große ökonomische Funktion.“

 

Sie ist immer im Einsatz

Margot Furchert seit vier Jahren Vorsitzende der Eschweger Tafel

 

Von Eden Sophie Rimbach

 

Eschwege. Seit mehr als 40 Jahren beweist Margot Furchert soziales Engagement. In den 1970er-Jahren wurde sie Damenwartin im Tischtenniskreis Eschwege und im Sportkreis Eschwege. Außerdem war sie bereits Sportabzeichenbeauftragte im Sportkreis Eschwege und beendete erst vor drei Jahren ihre Tätigkeit als Seniorensportbeauftragte im Sportkreis Werra-Meißner. „Beim Tischtennis war es mir sehr wichtig, meinen Beitrag dazu zu leisten, dass alles im Verein gut funktionierte und vielleicht jemanden zu erreichen, sodass sich mehr Menschen sportlich engagieren“, erzählt Margot Furchert, deren Ehemann Siegfried bereits seit 52 Jahren Vorsitzender des TTC Albungen ist.

Sie selbst spielte viele Jahre lang beim TTC Albungen und war währenddessen lange in der Landesliga Nord Hessen aktiv. Neben ihrer Zeit als Tennisspielerin beim TC Meinhard und dem Ablegen von 20 Sportabzeichenprüfungen kann Margot Furchert auf ein besonderes Ehrenamt zurückblicken. Denn sie war als erste und wahrscheinlich bisher einzige Frau als Kreisfachwartin des Tischtennis im Tischtennis-Kreis Eschwege tätig.

Vor vier Jahren wurde Margot Furchert zur Ersten Vorsitzenden der Eschweger Tafel gewählt und seither steht ihre Arbeit als Leiterin dort für sie an erster Stelle. Nachdem sie und ihr Ehemann lange passive Mitglieder des Vereins gewesen waren und ihre Hilfe anboten, rief plötzlich die damalige Vorsitzende bei ihr an, die dringend eine Nachfolgerin suchte. Seitdem organisiert sie die Abholungen in den Geschäften, die Arbeit der anderen ehrenamtlichen Helfer und vieles mehr, was dazu beiträgt, dass die Eschweger Tafel etwa 400 Kunden versorgen kann.

„Die Leitung der Tafel ist wie die Leitung eines kleinen Unternehmens“, erklärt Margot Furchert und weiß: „Meine Zweite Vorsitzende hilft mir sehr viel und ohne die Hilfe aller ehrenamtlichen Helfer würde es nicht funktionieren.“

Besonders die Spenden von Privatpersonen, Schulen oder anderen Vereinen, die durch die Öffentlichkeitsarbeit von Siegfried Furchert auf die Eschweger Tafel aufmerksam gemacht werden, leisten einen wichtigen Beitrag. Er springt auch ein, wenn es an Fahrern fehlt. „Wir haben uns schon immer gegenseitig unterstützt“, berichten beide. „Wenn der Partner nicht hinter einem steht, funktioniert es nicht.“

 

Menschen unterstützen

Neben ihrer Arbeit bei der Eschweger Tafel engagiert sich Margot Furchert seit sieben Jahren beim Weißen Ring. Zuvor war sie fast 40 Jahre lang als Justizangestellte beim Amtsgericht Eschwege tätig, gehörte dort lange dem Personalrat an und wurde Personalratsvorsitzende. Mit ihrem früheren Beruf hatten ihre Aufgaben bei der Eschweger Tafel, zu deren Einzugsgebiet Eschwege, Wehretal, Meinhard und Waldkappel zählen, somit relativ wenig zu tun. Doch Margot Furchert ist ihr Engagement dort sehr wichtig. „Bei der Tafel war es mir sehr wichtig, andere Menschen zu unterstützen, denen es nicht so gut geht wie mir.“ Dabei steigen die Zahlen der Kunden an. Während vor vier Jahren selten 30 Menschen an einem der drei Ausgabetage erschienen, sind es heute 50.

„Ich kümmere mich schon gern um die Leitung der Tafel, aber manchmal wird es wirklich eine Last, weil man nach dem Arbeitsleben eigentlich nicht mehr Vollzeit arbeiten möchte“, berichtet die 65-Jährige. Bei der Eschweger Tafel wird von Montag bis Samstag gearbeitet. Denn auch wenn kein Ausgabetag ist, müssen Lebensmittel abgeholt werden oder es gibt anderes zu tun. Doch Margot Furchert ist sich sicher: „Jeder sollte sich ehrenamtlich für unsere Gesellschaft engagieren. Man tut nicht nur etwas, sondern bekommt auch viel zurück.“

Ein Ehrenamt, das echte Löcher stopft

Die Eschweger Frührentnerin Birgit Müller arbeitet seit 13 Jahren für die Eschweger Tafel

VON STEFANIE BETTINGER

 

ESCHWEGE. Turnverein ist nicht ihr Ding. Alleine zu Hause sitzen aber auch nicht. Mit 42 Jahren musste Birgit Müller in Rente gehen. Das fortschreitende Rheuma in ihren Gelenken ließ der kaufmännischen Angestellten keine Wahl.

1992 zieht die gebürtige Eschwegerin aus ihrem beruflichen Exil in Viernheim zurück in die Heimat - fängt quasi nochmal von Null an, ohne Kontakte, ohne Orientierung. "Ich fühlte mich nicht als Rentnerin und wollte wieder unter Menschen", erinnerte sich Müller. Die Eschweger Tafel im Gegenzug sucht ständig fleißige Helfer.

Gesucht - gefunden: 1999 fängt Birgit Müller dort an, zunächst in der Lebensmittelausgabe. An drei Tagen in der Woche (Montag, Mittwoch, Freitag) hat die Tafel geöffnet, von 14 bis 15 Uhr. Rund 50 Bedürftige kommen am Tag. Damit erreicht der Verein insgesamt 450 Personen. . .

Ganz klein hat die Eschweger Tafel einst angefangen. Heute, so Birgit Müller, sei sie ein kleines Wirtschaftsunternehmen. Keines, das Gewinn macht, aber eines, das vielen Menschen hilft. Nach fünf Jahren kann Birgit Müller auch in der Lebensmittelausgabe aufgrund ihrer Krankheit nicht mehr arbeiten. Sie wechselt in den Vorstand, kümmert sich mehr um das Organisatorische.

Von nun an kann sie sich ihre Arbeitszeit meist frei einteilen - je nach täglichem Befinden. Der Freitag ist ihr Großkampftag. Dann ist sie die Erste am Ort, nimmt die Ware entgegen, die die Fahrer bei den verschiedenen Spendern (Supermärkte, Bäckerein) abholen, und sortiert sie zusammen mit den anderen ehrenamtlichen Helferinnen.

Manches muss noch am selben Tag raus, anderes kann gelagert werden. "Wir versuchen, uns die Ware so einzuteilen, dass die Kunden an den verschiedenen Abholtagen alle die gleiche Ware erhalten", so Müller. Manchmal ist es viel, manchmal aber auch sehr wenig. Dann kann es heftig zugehen in der Tafel.

Am Anfang konnte die heute 62-jährige nicht nein sagen, gab immer nach, wenn ein Kunde mehr einforderte. "Ich habe im Lauf der Jahre gelernt, mich durchzusetzen", sagt Birgit Müller. Zu Hause sitzt sie oft am Schreibtisch, stellt den Einsatzplan der 30 Mitarbeiter zusammen, betreut die alten Spender und rekrutiert neue. 15 bis 20 Wochenstunden kommen da zusammen.

Ein einfaches Amt ist es nicht, was Birgit Müller sich gesucht hat. Von ihrer Arbeit hängen ganze Familien ab. "Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sind ganz wichtig", sagt sie. Kommt ein Fahrer morgens nicht, bleibt die Ware ungenutzt im Supermarkt liegen, kommt eine Sortiererin nicht, werden sie nicht nicht rechtzeitig bis zur Ausgabe fertig.

Manchmal, so sagt sie, wenn es wieder ein ganz schwerer Tag gewesen ist, fragt sie sich, warum sie das alles macht. Und jedes Mal kommt sie zu derselben Antwort: Sie wird gebraucht! "Und es macht mir Spaß", sagt Birgit Müller. Noch dazu steigt die Zahl derer, die nicht mehr in der Lage sind, sich regelmäßig Essen zu kaufen, rapide an. Neuaufnahmen hat die Eschweger Tafel jede Menge. "Wir", so Müller, "kriegen das Elend immer als Erste mit".

 

SO FUNKTIONIERT DIE TAFEL

Die Eschweger Tafel finanziert sich über Mitgliedsbeiträge und Zuschüsse. Hinzu kommen Spenden von Freunden und Unterstützern der Tafel - finanziell wie in Naturalien. Zudem zahlen jene, die das Essen erhalten, pro Abholung einen Euro.

Zur Eschweger Tafel kann jeder kommen, der Grundsicherung erhält oder knapp über der Grenze der Grundsicherung liegt. Dazu gehören unter anderem viele Alleinerziehende, Rentner und Familien mit vielen Kindern.

Ausweise werden nur mittwochs von 10.30 bis 11.30 ausgegeben. Zur Prüfung müssen Einkommensnachweise erbracht werden.

 

Siehe: www.eschweger Tafel

Der MARKTSPIEGEL schreibt :

Eschweger Tafel: Immer mehr deutsche Rentner stehen vor der Tür

 

Von Lars Winter

 

Eschwege. Fast 400 Menschen, davon 113 Kinder, sind in der Kreisstadt auf

Lebensmittel der Eschweger Tafel angewiesen. „Das sind die offiziell Registrierten,

die uns ihren ALG II-, Renten- oder Grundsicherungsbescheid vorgelegt und dafür

einen Ausweis von uns erhalten haben, der sie berechtigt einmal pro Woche

Lebensmittel abzuholen“, sagt Tafel-Vorsitzende Margot Furchert.

Seit Sommer ist die Tafel in ihren neuen Räumen in der Hindenlangstraße. Die Nachfrage von Bedürftigen ist seitdem noch gestiegen. „Wir mussten für einige Monate sogar einen Aufnahmestopp anordnen, denn wir hatten einfach nicht genug Personal und Lebensmittel, um allen gerecht zu werden“, so Furchert.

30 ehrenamtliche Mitarbeiter arbeiten bei der Tafel. Jeden Tag seien Fahrer unterwegs, um die Lebensmittel an den verschiedenen Standorten einzusammeln. Montags, mittwochs und freitags werden die Lebensmittel ausgegeben. „Dann kommen jedes mal rund 50 Menschen zu uns“, sagt Birgit Müller vom Vorstand. Von Alleinlebenden bis zu Familien mit sechs Kindern sei alles dabei. Und: „Immer mehr deutsche Rentner stehen bei uns vor der Tür“, sagt Müller.

„Leider leben immer mehr Menschen am Rande der Gesellschaft. Eine Einrichtung wie die Tafel ist daher immens wichtig“, sagt Lothar Quanz, SPD-Landtagsabgeordneter, der bei seinem Besuch auch einen Scheck zur Unterstützung der Eschweger Tafel dabei hatte.

„Wir finanzieren uns ausschließlich über Spenden. Ob Lebensmittel- oder Geldspenden – Hilfe ist immer willkommen und wird immer gebraucht“, sagt Margot Furchert.Und auch ehrenamtliche Helfer seien immer willkommen, denn jede helfende hand werde gebraucht.



 

Mehr Hilfe für Helfer…

Die Aussage von Margot Furchert „Wer berufstätig ist, kann nicht für die Tafel arbeiten“, zeigt, was die Ehrenamtlichen dort leisten. Es ist ein „Fulltime-Job“, der mit halbem Einsatz nicht zu bewältigen ist.

Um so bemerkenswerter, dass sich bisher 30 Ehrenamtliche zusammen gefunden haben, um den Menschen zu helfen, deren Einkommen nicht zum Leben reicht. Erschreckend hierbei vor allem, der große Anteil an hilfsbedürftigen Kinder. Und mindestens genau so erschreckend, dass immer mehr Rentner auf die Unterstützung der Tafel angewiesen sind.

Wie hoch die Dunkelziffer derer ist, die sich aus Scham nicht trauen, den Lebensmittelzuschuss in Anspruch zu nehmen, darüber lässt sich nur spekulieren. „Hoch, sehr hoch“, sagen die, die es wissen, nämlich die Mitarbeiter der Tafel.

Die stetige Zunahme von Menschen, die das Angebot der Tafel wahrnehmen, macht deren enorme Wichtigkeit deutlich. Die Ehrenamtlichen und die vielen Lebensmittel-Spender tragen mit ihrer Arbeit und Unterstützung auch zur sozialen Ruhe in der Kreisstadt bei und erfüllen damit so ganz nebenbei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Daher gilt: Von den Furcherts, Müllers und Daniels wird die Stadt noch mehr brauchen, denn die, die Hilfe brauchen, werden nicht weniger werden.

 

Von Lars Winter (Marktspiegel)



Reichhaltiges Brot- und Brötchen-Angebot für die Tafel-Kunden.

Dank unserer Bäcker: Keine Not beim Brot

Das tägliche Brot - noch immer das begehrteste Nahrungsmittel, das die Eschweger Tafel an ihre 400 Kunden ausgibt. Margot Furchert, Leiterin der Eschweger Tafel: "Wir sind in der Lage, dank der Spendenbereitschaft der fünf Bäckereien in und um Eschwege, die uns fast täglich mit Brot und Brötchen versorgen, unsere Kunden an den drei Ausgabetagen in ausreichender Menge zu versorgen. Keiner geht ohne Brot nach Hause. Dafür sind wir den Bäckereien Bechthold, Große, Hufgard/Zeuch, Stange (alle Eschwege) und Siemon (Heldra/Eschwege) sehr dankbar". Dass die Kunden ihr Brot nicht trocken verzehren müssen, dafür sorgen dann die weiteren Spender wie Lebensmittelmärkte in Eschwege, Bad Sooden-Allendorf, Sontra, Waldkappel und Wanfried, aber auch Privatpersonen, die Spenden in der Eschweger Tafel in der Hindenlangstraße 1b vorbeibringen.

Die WERRA-RUNDSCHAU schreibt:

Christa Gries (links) und Ulla Eisenhuth (rechts) beschenken Schorik Karapetian im Rahmen der Weihnachtsaktion der Giving-Tree-Stiftung. Foto: sf

Weihnachtsaktion: Da strahlen Kinderaugen

Weihnachts-Spendenaktion der Giving-Tree-Stiftung und VR-Bank für 400 bedürftige Kinder im Werra-Meißner-Kreis

 

Von Siegfried Furchert

 

ESCHWEGE. Strahlende Kinderaugen schon vier Tage vor Heiligabend. In der Eschweger Tafel in der Hindenlangstraße freuten sich über 100 Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien im Alter von 5 bis 17 Jahren über Weihnachtsgeschenke, die ihnen die Helferinnen der Eschweger Tafel aus der fünften Weihnachtsaktion der Giving-Tree-Stiftung und der VR-Bank Werra-Meißner zusammen mit einer Weihnachtstüte vom Strohmeyer-Verlag aus Langenhain und einer Stärkung des Eschweger Bistros Amelie überreichten.

Wie in der Eschweger Tafel freuten sich auch in der Arche Hessisch Lichtenau, im Familienzentrum Bad Sooden-Allendorf und in der Tafel Witzenhausen rund 300 Kinder über die vorweihnachtliche Bescherung. Damit sorgen die gemeinnützige Giving-Tree-Stiftung und die VR-Bank in diesem Jahr für die Erfüllung von über 400 Wünschen von Kindern im Werra-Meißner-Kreis, die Weihnachten sonst vielleicht ohne ein Geschenk erleben müssten.

 

Wunschzettel am Weihnachtsbaum

Ihre Wünsche äußern konnten die Kinder bei den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der vier Einrichtungen in Eschwege, Witzenhausen, Bad Sooden-Allendorf und Hessisch Lichtenau. Diese Wunschzettel der bedürftigen Kinder hingen an Weihnachtsbäumen, die die VR-Bank in den Filialen dieser Orte aufstellte. Jeder Interessierte konnte Wunschpate werden und einen oder mehrere Wünsche im Wert von 30 Euro erfüllen. Übrig gebliebene Wünsche – das waren nur ganz wenige – wurden von der Stiftung und dem Kreditinstitut übernommen.

Die Giving-Tree-Stiftung kümmerte sich um den Kauf der Geschenke, die Verpackung und Lieferung. In der VR-Bank Hessisch Lichtenau nahmen die vier sozialen Einrichtungen die Geschenke entgegen, um sie dann kurz vor dem Fest an „ihre“ Kinder zu verteilen. Alle Kinder, die einen Wunschzettel bei einer Einrichtung abgegeben haben, dürfen sich auch über ein Geschenk ihrer Wahl freuen. Margot Furchert von der Eschweger Tafel dankte den Initiatoren für ihr Engagement.

 

Kunden direkt angesprochen

„Wir sind sehr stolz darauf, dass in diesem Jahr fast alle Wunschzettel von Wunsch-paten übernommen wurden. Es war eine sehr erfolgreiche Aktion“, betonte Stefan Fross, Vorstand der VR-Bank. Teamleiter Olaf Aschenbrenner verriet auch das Erfolgsrezept: „Wir haben viele Kunden direkt angesprochen und für diese Aktion begeistern können“.

Markus Schön, Vorsitzender des Vorstandes der Giving-Tree-Stiftung: „Oft sind es Wünsche nach Winterjacken, -schuhen oder sogar Socken, nicht so sehr Spielsachen. Das macht uns schon nachdenklich“. Umso mehr freut es ihn und Stefan Fross, dass auch in diesem Jahr wieder viele Wünsche der Kinder erfüllt werden konnten. „Fross: „Deshalb sagen wir allen Spendern Danke, auch im Namen der Kinder“.

 

HINTERGRUND

In 5 Jahren 5000 Kinderwünsche

Die Giving-Tree-Stiftung, in Hessisch Lichtenau gegründet, gibt es seit fünf Jahren. Ihr Mitbegründer Markus Schön, Vorsitzender des Vorstandes, zur Motivation der Stiftung: „In Deutschland lebt bereits jedes 6. Kind von Hartz IV. Im Werra-Meißner-Kreis sogar jedes 4. Kind. Und so sehr sich hier im Kreis Institutionen und Menschen wirtschaftlich und gesellschaftlich engagieren, Fehler in der Rahmensetzung kann auch bürgerschaftliches Engagement nicht völlig korrigieren. Die in Deutschland an sich gute wirtschaftliche Situation kommt in der Breite oft nicht an“.

Markus Schön zum Erfolg der Giving-Tree-Stiftung, die auch noch in anderen Landesteilen aktiv ist: „Das Wachstum der Stiftung hat unsere kühnsten Erwartungen übertroffen. Die ersten Weihnachtsaktionen liefen ab 2007 beschränkt auf Eschwege und Witzenhausen für 300 Kinder. Schon 2009 wurde die Marke von 1000 Kinderwünschen durchbrochen, und 2011 näherten wir uns der 2000er-Marke. Damit haben wir in fünf Jahren mit unserer Aktion rund 5000 Kinderwünsche im Gesamtwert von rund 150 000 Euro erfüllen können!“.

Die Steigerung im Kreis sei nur möglich gewesen, so Markus Schön, „weil so viele Bürger und Kunden der VR-Bank Werra-Meißner mitzogen und Wunschpaten wurden. Das bestärkt uns, im kommenden Jahr zusammen mit unserem Partner die sechste Aktion durchzuführen“.       (sf)

 



Fleißige Hände: Die Geschenkausgabe wird vorbereitet.
"Wir kriegen das hier geschenkt, dass muss man wertschätzen", sagt die Frau in der roten Jacke. Erika Adolph, seit 13 Jahren dabei, und Monika Wetzke geben gern, solange Vorräte da sind. Foto: M. Schäfer

Eschweger Tafel versorgt über 400 Menschen

Die Eschweger Tafel versorgt Woche für Woche rund 400 Menschen mit Lebensmitteln, die sich diese mit ihrem schmalen Geldbeutel nicht leisten können. WR-Redakteur Matthias Schäfer besuchte die Tafel, schildert seine Eindrücke.

 

V o n  M a t t h i a s  S c h ä f e r  (Werra-Rundschau)


Die Lotterie beginnt pünktlich um 13.45 Uhr. Dort, wo gerade noch babylonisches Sprachengewirr geherrscht hat, macht sich erwartungsvolle Stille breit. Schnell schart sich um Ulla Eisenhuth eine dichte Menschentraube, viele Hände strecken sich der kleinen Frau mit dem lustigen Igelschnitt und dem gewinnenden Lächeln entgegen, um aus einer Plastiktüte eine Nummer zu ziehen. Wer eine tiefe Ziffer aus dem Beutelchen herausfingert, der darf gleich als einer der Ersten hinein in den Ausgaberaum und sich vieles von dem heraussuchen, was sich die Menschen, die sich hier in den kaltgefliesten Räumlichkeiten in der Eschweger Hindenlangstraße eingefunden haben, mit ihrem schmalen Geldbeutel nicht leisten könnten.

Ohne das, was sie später mit ihren kleinen Rollwägelchen oder in dicken Plastikbeuteln mit nach Hause nehmen, hätte das Gros der Menschen Schwierigkeiten, über die Runden zu kommen. Denn wer sich in die Warteschlange der Eschweger Tafel einreiht, der ist unten angekommen in der Gesellschaft - bei sehr, sehr vielen reicht die kleine Rente oder der Hartz-IV-Satz nicht aus, um den eigenen Kühlschrank zu füllen.

 

„Eine große Hilfe“

Wie etwa bei der adrett gekleideten Frau aus Russland, die auch nach sieben Jahren in Eschwege noch große Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache hat. Über Georgien hat sie auf dem Heuberg eine neue Heimat gefunden - richtig angekommen ist sie hier nie. Ein Jahr lang einen Ein-Euro-Job, seitdem Grundsicherung - die berufliche Perspektive der heute 58 Jahre alten Frau ist gleich null. Seit einigen Jahren ist sie feste Kundin bei der Eschweger Tafel. „Eine große Hilfe“, sagt sie, holt sich ihre Wochenration ab und verschwindet - bis zum nächsten Mittwoch.

Woche für Woche machen es ihr mittlerweile 400 Menschen aus Eschwege und Umgebung gleich. „Wir haben in den letzten Monaten einen enormen Zulauf zu verzeichnen“, sagt Margot Furchert. Sie ist die „Chefin“ der Tafel - resolut und mit viel Engagement versucht sie, der immer größer werdenden Zahl Hilfesuchender Herr zu werden.

 

Pro Woche 500 Kilometer

Eine logistische Herausforderung. An sechs Tagen pro Woche ziehen die Helfer der Tafel los, um im Umkreis von 25 Kilometern all das einzusammeln, was in unserer Wegwerfgesellschaft als nicht mehr gut genug zum Verkauf eingestuft wird. Der kleine Mercedes-Transporter der Eschweger Tafel schrubbt so jede Woche an die 500 Kilometer. Am Steuer des Wagens sitzt Gudrun Günter. Ihre Welt sind die Hinterhöfe der Supermärkte oder Bäckereien, die die Tafel mit Lebensmitteln unterstützen. Heute ist Mittwoch, Markttag. „Das ist gut, da bekommen wir auch richtig frische Sachen“, sagt sie. Zusammen mit Siegfried Furchert, einem ehemaligen Journalisten, stapelt sie auf dem Eschweger Marktplatz prall gefüllte Kisten auf einen Sackkarren. Die Gärtnereien Montag, Skupio und Hollerbuhl geben reichlich, Salatköpfe, Tomaten, Gurken und Paprikaschoten wandern in den Bauch des Transporters.

Auch bei den vorherigen Stationen - dem Eschweger Lidl-Markt, dem Edeka-Neukauf in Wanfried und der Bäckerei Siemon in Heldra - hat sich die Fahrt gelohnt. „Man weiß natürlich morgens nie, was man bekommt“, sagt Furchert, der als Rentner nun fast täglich im Dienste der guten Sache unterwegs ist.

 

Engagement mit 76 Jahren

Eines aber ist sicher: Am Nachmittag vertrauen die Menschen, die seine Hilfe benötigen, darauf, dass die Ausgabetheke in der Hindenlangstraße gut bestückt ist. Dafür sorgt eine kleine Brigade ehrenamtlicher Helferinnen - die die angelieferten Lebensmittel vorsortiert, in Tüten packt, aufstapelt und portioniert. Eine von ihnen ist Erika Adolph. Auch mit 76 Jahren steht für sie außer Frage, sich ohne Entgelt für die Allgemeinheit zu engagieren. Seit 13 Jahren bei der Eschweger Tafel, zuvor bei der sozialpädagogischen Arbeit des Hausfrauenverbandes, kann sie sich noch gut an die Anfänge der Tafel erinnern - in einer Garage auf dem Heuberg hatten sie damals mit der Ausgabe von Lebensmittel begonnen.

Waren es damals noch in erster Linie Ausländer, so kommen in jüngster Zeit aber auch immer mehr Deutsche in die neuen Räume in der Hindenlangstraße. Rentner, die an oder unter der Armutsgrenze leben, aber auch junge Familien mit Kindern. Für alle gilt: Ohne Nachweis ihrer Bedürftigkeit werden sie nicht in die Kartei des Vereins aufgenommen. „Hier kann nicht jeder kommen“, sagt Margot Furchert. Nur wer eine Bescheinigung des Jobcenters oder einen entsprechenden Rentennachweis vorlegt, darf einmal pro Woche kommen, um sich eine oder auch zwei Tüten voller Lebensmittel zu ergattern.

 

„Geben was wir haben!“

Vieles dessen, was die Menschen mit nach Hause nehmen, hat das Haltbarkeitsdatum bereits überschritten. Brot und Brötchen sind von gestern – aber alles noch essbar. An Konserven wird verteilt, was eben gerade da ist. „Wir können nur das hergeben, was wir haben“, sagt Margot Furchert. Doch das ist für viele bitter nötig. „Ohne die Tafel könnte ich nicht existieren“, gibt eine Frau unumwunden zu. Zu 70 Prozent schwerbehindert, ist es nahezu unmöglich für die Witwe, noch eine Arbeit zu finden - die teilweise traurigen Karrieren der Menschen, die sich hier sammeln, ähneln sich.

Und auf der Warteliste der Tafel stehen noch viele Menschen, die die Hilfe brauchen.



Die Mitarbeiterinnen in den neuen Räumen

Endlich mehr Platz!

Die Eschweger Tafel von der Hospitalstraße in die Hindenlangstraße 1b umgezogen

 

ESCHWEGE. Darauf haben die Verantwortlichen der Eschweger Tafel und ihre rund 400 Kunden lange warten müssen, endlich ist es soweit: Am vergangenen Wochenende ist Tafel von der Hospitalstraße in die Hindenlangstraße umgezogen. „Endlich haben wir mehr Platz", freute sich das Vorstandsquartett Margot Furchert, Birgit Müller, Gudrun Daniel und Christian Gnaas, als es mit den Helferinnen und Helfern die letzten Möbel und Waren in die renovierten Räume in der Hindenlangstraße 1b (früher Bosch-Holzapfel) trugen. Hier werden heute bereits die ersten Waren ausgegeben. Zur offiziellen Übergabe der neuen Räume am kommenden Samstag, dem 2. Juli, erwartet der Tafel-Vorstand einige Ehrengäste.

Gerade der vergangene strenge Winter hatte das Raumproblem der Tafel verdeutlicht. „Da wir in unserem Ausgaberaum, in dem es auch bei der Warenausgabe schon immer sehr eng herging, keinerlei Lagerkapazitäten hatten, mussten wir gespendete Lebensmittel in einer Garage aufbewahren und mit Decken vor der Kälte schützen", erinnert sich die Vorsitzende Margot Furchert. Das ist nun vorbei. Nicht nur bei der Warenausgabe wird es kein Gedränge mehr geben, auch Lagerraum ist ausreichend vorhanden.

Genau so wichtig ist für den Tafel-Vorstand, dass man seinen Kunden, die bisher bei Wind und Wetter, auch im Winter, im Freien warten mussten, einen Aufenthaltsraum anbieten kann, ehe sie die Waren empfangen: „Gerade für ältere Menschen und Mütter mit Kindern eine Erleichterung", freut sich Margot Furchert, die außerdem dem Aspekt, dass es einigen Personen doch unangenehm war, in der Öffentlichkeit als Tafel-Kunden erkannt zu werden, große Bedeutung beimisst: „Sie sind jetzt weg von der Straße, niemand muss sich mehr schämen".

Über ein halbes Jahr hat der Tafel-Vorstand mit Unterstützung der Stadtverwaltung nach einem neuen Quartier gesucht, musste sich dabei einige zum Teil fadenscheinige und unglaubwürdige Absagen anhören. ehe der neue Vermieter ohne Zögern zusagte und der Mietvertrag für die Räume in der Hindenlangstraße unterschriftsreif war. Freiwillige Helfer renovierten die Räume, heimische Firmen bauten neue Regale, Schränke und Kühlschränke auf, zwei Werbe-Ateliers sorgten für die Beschriftung.

Der Vorstand der Eschweger Tafel hofft nun, dass sich die Ausgabe der gesammelten und gespendeten Waren auch in den neuen Räumen bald eingespielt hat. Es bleibt bei den drei Ausgabetagen Montag, Mittwoch und Freitag, an denen rund 400 Kunden (Singles und Familien) mit zusätzlichen Lebensmitteln versorgt werden, die die Helfer der Tafel von Montag bis Samstag einsammeln. Dabei leistet ein gesponserter Transporter gute Dienste, der durch einen von der EU teilweise bezuschussten Bürger-Arbeitsplatz besetzt ist, an dessen Beschaffung auch die Kreisverwaltung beteiligt war.

Dabei fährt der Transporter nicht nur Bäckereien und Lebensmittelmärkte in Eschwege an, auch in Bad Sooden-Allendorf, Wanfried, Waldkappel, Wehretal und Jestädt. Warenspenden bekommt die Tafel auch von großen Lebensmittelketten wie Lidl, Rewe, Edeka und Tegut, aber auch von den Tafeln in Kassel und Mühlhausen. „Ohne diese Waren könnten wir den ständig steigenden Bedarf bei uns nicht decken", dankt der Vorstand nicht nur diesen Spendern, auch den Schulen, Vereinen und Firmen, die in der Vergangenheit mit Sammelaktionen die Tafel unterstützt haben.

Die Waren werden von 25 ehrenamtlich tätigen Helferinnen und Helfern gesichtet, für die Ausgabe vorbereitet und an drei Tagen in der Woche an die Kunden verteilt. „Obwohl es noch immer einige große Eschweger Märkte und Geschäfte gibt, die nichts an die Tafel abgeben, hoffen wir, dass die Versorgung der bedürftigen Kunden auch in der Zukunft gesichert werden kann" blickt die Vorsitzende Margot Furchert hoffnungsvoll nach vorn. Waren- und Geldspenden werden deshalb auch künftig dankend angenommen. Die Vorsitzende Margot Furchert: „Willkommen sind aber auch Personen, die sich für die Arbeit der Eschweger Tafel interessieren und sich bei uns ehrenamtlich für diese soziale Aufgabe engagieren wollen!". (sf)

 

Großzügige Spender

Die Eschweger Tafel, die sich nur aus Spenden finanziert, freut sich nicht nur über regelmäßige Zuwendungen Eschweger Bürger und verschiedener Institutionen. Dabei kommt es auch vor, dass Spender unerkannt bleiben wollen. So freute sich der Tafel-Vorstand über so manche anonyme Spende. Wie zum Beispiel vor großen Feiertagen wie Weihnachten und Ostern. Oder vor einigen Tagen anlässlich des Johannisfestes: Im Tafelladen kam ein Umschlag ohne Absender mit 200 Euro an, mit der Bitte, den Betrag für die Tafel-Kinder zu verwenden. So wird es auch geschehen. Die Vorsitzende Margot Furchert: „Herzlichen Dank dem anonymen Spender! Das sind Gesten, die uns immer wieder neu für diese Arbeit motivieren!". (sf)



"Sehr dankbar, dass es die Tafel gibt!"

Die Ehrengäste Landrat Stefan Reuß und Bürgermeister Alexander Heppe und die Sponsoren Wilhelm Götting und Jürgen Knolle machten sich nach dem Rundgang durch die neuen Räume mit der Vorsitzenden Margot Furchert gleich nützlich, halfen mit, Waren in die neuen Regale einzuräumen.                   Foto: S. Furchert



Landrat Stefan Reuß und Bürgermeister Alexander Heppe beindruckt

 

ESCHWEGE. „Sie können stolz darauf sein, was sie bisher geleistet und hier neu geschaffen haben!“, das Kompliment von Landrat Stefan G. Reuß bei der offiziellen Übergabe der neuen Räume der Eschweger Tafel, die von der Hospitalstraße in der Hindenlangstraße 1b umgezogen war. „Unser aller Respekt und Dank gilt Ihnen allen, die sich für dieses Projekt eingesetzt haben“, betonte der Landrat in Anwesenheit weiterer Ehrengäste und Sponsoren, „ohne dieses Engagement wäre das alles hier nicht möglich gewesen. Deshalb sind wir auch sehr dankbar, dass es die Eschweger Tafel gibt! Und auch die Menschen, die zu Ihnen kommen, denen Sie helfen, erfüllt das mit großer Dankbarkeit““.

Auch Bürgermeister Alexander Heppe war beeindruckt vom ehrenamtlichen Engagement der Tafel-Mitarbeiter, mit „dem sie immer wieder bedürftigen Menschen helfen. Ihre Arbeit ist sehr sinnvoll und es ist gut, dass sie diese segensreiche Arbeit in diesen neuen Räumen noch besser und sinnvoller verrichten können“. Landrat Reuß und der Bürgermeister sicherten der Tafel nicht nur weitere Hilfe zu, sie hatten auch Präsente mitgebracht, die sie wie auch einige private Sponsoren der Vorsitzenden Margot Furchert überreichten.

Landrat Stefan Reuß wie auch Bürgermeister Alexander Heppe scheuten sich aber auch nicht, die Situation anzusprechen, „warum wir solche Einrichtungen wie die Tafel in einem Land wie dem unseren überhaupt noch brauchen?“. Beide sind der Meinung, dass es trotz eines teilweise hohen Lebensstandards leider immer noch Menschen gibt, die dringend Unterstützung brauchen und auf die Hilfe der Tafeln angewiesen sind. Landrat Reuß: „Und an diesem Problem muss die Politik weiter und noch sehr viel arbeiten, sie ist nicht aus der Verantwortung entlassen“.

Für den Vorstand der Tafel begrüßte die Vorsitzende Margot Furchert die Gäste und alle Tafel-Mitarbeiter, dankte denen, die beim Umzug tatkräftig mithalfen und schilderte noch einmal die etwas mühsame Suche nach den neuen Räumen, nachdem die bisherigen in der Hospitalstraße den Ansprüchen nicht mehr genügten. Ihr besonderer Gruß galt den neuen Vermietern, die viel Verständnis für die Anliegen und Sorgen der Tafel zeigten.

Nach einem vom Bistro Amelie der Werraland-Werkstätten gesponserten Imbiss schloss sich ein Rundgang durch die neu eingerichteten Räume an, bei dem die Mitarbeiter der Tafel ihren Gästen Einblick in ihre Arbeit gaben. Während der kurzen Feier waren einige Mitarbeiter bereits wieder aktiv, sammelten weitere Waren, die in der kommenden Woche an die Kunden ausgegeben werden. So, wie das in der vergangenen Woche bereits dreimal geschehen ist.                       (sf)