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CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer (6. v. re.) und der Landtagsabgeordnete Dirk Landau (3. v. li.) besuchten die Eschweger Tafel.

Viel Lob von Annegret Kramp-Karrenbauer

ESCHWEGE. Lob und Anerkennung für den Einsatz der ehrenamtlichen Mitarbeiter der Eschweger Tafel von Annegret Kramp-Karrenbauer. Die CDU-Generalsekretärin, die nach einem Auftritt in Eschwege mit dem Landtags-Abgeordneten Dirk Landau die Eschweger Tafel besuchte, weiß, wovon sie spricht, denn sie war selbst schon in der Saarbrückener Tafel aktiv.

„Die ehrenamtliche Arbeit aller Tafel-Mitarbeiter bewerte ich sehr hoch, denn sie opfern nicht nur viel Freizeit, sondern leisten auch einige körperliche Arbeit“, die Meinung von AKK, wie sie in politischen Kreisen gerufen wird. Annegret Kramp-Karrenbauer, vom Tafel-Vorsitzenden Hans Liese und einigen Vorstandsmitgliedern begrüßt, erkundigte sich sehr gründlich über den Arbeitsablauf in der Eschweger Tafel und führte bei einem Rundgang durch die Tafel viele Gespräche mit dem Vorstand und den Mitarbeitern über das Einsammeln, die Kontrolle und Ausgabe der Lebensmittel.

In den Gesprächen betonte Kramp-Karrenbauer, dass ihr und den politisch Verantwortlichen durchaus bewusst sei, dass das Problem der steigenden Armut in unserem Lande dringend gelöst werden muss. Die Generalsekretärin nahm auch einige Denkanstöße der Eschweger Mitarbeiter mit, wie die Politik den Tafeln helfen könne. So kann man sich bei der Eschweger Tafel ein Gesetz nach französischem Vorbild vorstellen, das den Erzeugern und Märkten die Vernichtung von Lebensmitteln verbietet. Der Überfluss an Lebensmitteln sollte vielmehr den Tafeln zur Ausgabe an Bedürftige zur Verfügung gestellt werden.

Auch das Argument, dass das Einkommen vieler Tafel-Kunden (Rentner) verbessert werden sollte, so dass sie die Hilfe der Tafeln nicht mehr in Anspruch nehmen müssen und die Tafeln damit überflüssig werden, kam zur Sprache. Für Annegret Kramp-Karrenbauer ein Argument, das man weiter diskutieren müsse.                (sf)

 

Erntedankfest 2018: Die Tafelfahrer (Foto oben) haben in den Gemeinden des Kreises 3150 kg Obst, Gemüse und Lebensmittel für die Tafel gesammelt. Vieles davon wurde in das Warenlager übernommen (Foto unten)

3150 kg Lebensmittel

Nach dem Erntedankfest 2018 waren die Fahrer der Eschweger Tafel an drei Tagen unterwegs, um in 34 Gemeinden des Kreises rund 3150 kg Lebens-mittel, Obst, Gemüse und Kartoffeln zu sammeln, die von Spendern für die Erntedankfest-Gottesdienste zur Verfügung gestellt und danach der Tafel gespendet wurden. Der Tafel-Vorstand dankt allen großzügigen Spendern, denn mit diesen Spenden kann wieder vielen bedürftigen Menschen geholfen werden.                                                                                                           Diese Gemeinden spendeten - Eschwege: Marktkirche, Stadtteile Albungen, Eltmannshausen, Niederdünzebach, Oberdünzebach, Niddawitzhausen. - Herleshausen: Herleshausen, Nesselröden, Holzhausen, Wommen, Breitzbach, Markershausen. - Meinhard: Grebendorf, Neuerode. - Meißner: Abterode. - Ringgau: Datterode, Röhrda. - Wanfried: Aue, Altenburschla, Völkershausen. - Waldkappel: Waldkappel, Bischhausen, Burghofen, Friemen, Harmuthsachsen, Hasselbach, Hetzerode, Kirchhosbach, Rechtebach, Schemmern. - Wehretal: Langenhain, Vierbach. - Weißenborn: Weißenborn, Rambach.

So wie hier in der Kirche von Langenhain waren die Waren in den Kirchen des Kreises aufgebaut.                                            Fotos: H. Liese, S. Furchert

Ein lehrreicher Tag für Reichensächser Schüler

Die H-Stufe 4 der Paul-Moor-Schule Reichensachsen war zu Gast in der Eschweger Tafel, um das Lebensmittel-Projekt des Bundes "Zu gut für die Tonne in der Praxis näher zu erläutern. Die Mitarbeiter der Tafel erläuterten den Schülerinnen und Schüler die Arbeit der Tafel, und warum man viele noch brauchbare Lebensmittel nicht einfach wegwerfen sollte, mit den die Tafeln in Deutschland vielen bedürftigen Menschen helfen können. Bei einem Rundgang durch die Tafel erlebten die Moor-Schüler mit, wie die eingesammelten Lebensmittel noch einmal genau überprüft wurden, ehe sie an die Kunden ausgegeben werden. Für die Reichensächser Schulklasse war es ein erlebnisreicher und lehrreicher Tag.

Praktikum in der Tafel

Die 17-jährige Laura Groß aus Wanfried wählte die Eschweger Tafel, um dort ein auf ihren späteren Beruf bezogenes Praktikum zu absolvieren. Laura Groß, die ihre berufliche Zukunft im Sozialwesen sieht, half über ein Jahr lang in der Tafel mit, die Waren vor der Ausgabe an die Kunden zu sortieren. "Die Arbeit in der Tafel hat mir sehr viel gegeben" ihr Fazit. Eckhard Göller, der 2. Vorsitzende der Tafel (links), stellte Laura Groß (Mitte) ein gutes Zeugnis aus: "Sie war eine sehr gute Hilfe, der wir für ihre Mitarbeit sehr dankbar sind". Göller hofft, dass dieses Beispiel Schule macht.

Bürgerstiftung hilft

Die Bürgerstiftung Werra-Meißner, die in besonderer Weise Projekte unterstützt, die von ehrenamtlichem Engagement getragen werden, unterstützt auch die Eschweger Tafel. Die Vorsitzende Ursula Baumgärtel-Blaschke und Hans Giller (im Bild links) kamen mit der Zusage zur Tafel, dass sich die Stiftung mit einem Zuschuss von 600 Euro am Kauf eines neuen Kühlgerätes beteiligt. Margot Furchert und Hans Liese vom Tafel-Vorstand (rechts) waren erfreut über die Zusage und zeigten den Gästen das neue Kühlgerät, das bei den tropischen Temperaturen dieses Sommers ganz dringend für die Lebensmittel-Lagerung gebraucht wird.    sf/Foto: sf

250 Kilo Lebensmittel

. . . für die Tafel. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Eschweger Tafel freuen sich (im Bild), dass ihre Lebensmittelspenden-Aktion „Kauf-eins-mehr“ im Eschweger Tegut-Markt bei den Kunden des Eschweger Marktes so gut angekommen ist. Die Kunden, die gebeten wurden, neben ihren Einkäufen auch ein oder mehrere Lebensmittel für die Tafel zu erwerben, kauften rund 250 Kilogramm Lebensmittel mehr, die sie der Tafel zur Verfügung stellten. Diese Lebensmittel werden in Kürze an die Tafel-Kunden ausgegeben.            sf/Foto: sf

Ein nettes Dankeschön

Über ein nettes Dankeschön freute sich dieser Tage das Montags-Ausgabeteam der Eschweger Tafel. Eine Kundin bedankte sich für die Lebensmittel, die sie über einen längeren Zeitraum erhalten hatte, mit einem kleinen Geschenk und den Worten: „Ein kleines Dankeschön für Ihre tolle Arbeit und Ihre Freundlichkeit“. Die freiwilligen Helfer der Tafel freuen sich deshalb so über die nette Geste der Kundin, weil sie bei ihrer Arbeit eher Beschwerden als auch einmal ein Dankeschön eines Kunden für die kostenlosen Lebensmittel hören.      Foto: sf

Ein gesundes 2018

. . . wünschen der Vorstand und die Mitglieder der Eschweger Tafel (im Bild) allen, die durch Geld-, Sach- und Lebensmittelspenden die Arbeit der Tafel erst ermöglichen. Wir sagen allen Spendern, auch im Namen der über 400 Kunden, herzlichen Dank, und hoffen, dass wir auch 2018 auf diese Hilfe zählen können.

Der Tafel-Vorstand, hinten von links: Margot Furchert (Beisitzerin), Hans Liese (1. Vors.itzender), Karin Hellwig (Kassenwartin), Siegfried Furchert (Beisitzer). Vorn von links: Roland Wedekind (Schriftführer), Christa Zeich (Beisitzerin) und Eckhard Göller (2. Vorsitzender).

Hans Liese neuer Chef     der Eschweger Tafel

ESCHWEGE. Seit 38 Jahren ist Hans Liese aus Reichensachsen beruflich in der Integrationsarbeit von Menschen in Arbeit tätig. Der Vorschlag, bei der Eschweger Tafel im Vorstand mitzuwirken, überraschte ihn zwar, nach einer Überlegungsphase kam er aber doch zu dem Entschluss, sich mit beginnendem Ruhestand künftig vorrangig in der organisatorischen Tafelarbeit zu engagieren.

Erfreut über diese Bereitschaft wählten die Mitglieder der Tafel in einer Mitgliederversammlung Hans Liese einstimmig zu ihrem neuen 1. Vorsitzenden. Damit ging ein fast einjähriges Provisorium bei der Eschweger Tafel zu Ende, da der bisherige 1. Vorsitzende das Amt aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung gestellt hatte und die Aufgaben des Vereinschefs kommissarisch von den übrigen Vorstandsmitgliedern weiter geführt werden mussten.

 

„Auf gute Zusammenarbeit“

Wie Hans Liese ausführte, freut er sich auf eine gute Zusammenarbeit mit den seit Jahren sehr engagierten ehrenamtlichen Tafel-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Der neue Vorstand der Eschweger Tafel: 1. Vorsitzender Hans Liese, 2. Vorsitzender Eckhard Göller, Kassenwartin Karin Hellwig, Schriftführer Roland Wedekind, Beisitzer mit besonderen Aufgaben Christa Zeich, Margot und Siegfried Furchert.

In der gut besuchten Versammlung blickte der 2. Vorsitzende Eckhard Göller auf die Tafelarbeit des vergangenen Jahres zurück. Göller dankte vor allem den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die in 2017 mit oft sehr schwieriger Arbeit den reibungslosen Ablauf der Tafel garantierten. Mit guten Ergebnissen endeten verschiedene von der Tafel gestartete Lebensmittel-Sammelaktionen, zum Beispiel beim Erntedankfest, Open flair und in Lebensmittel-Märkten des Kreises. Aber auch der Köche-Verein, der Rotary-Club, Kindergärten, Schulen und Privatleute starteten erfolgreiche Hilfsaktionen. Mit solchen Sammelaktionen will die Tafel auch in diesem Jahr wieder ein breites Publikum ansprechen.

Kassenwartin Karin Hellwig ließ in ihren Ausführungen anklingen, dass nur durch einige großherzige Spenden die finanzielle Situation der Tafel zufriedenstellend ist. Auf diese Spenden sei die Tafel auch in Zukunft dringend angewiesen, um ihre Arbeit fortsetzen zu können. Nach dem Bericht der Kassenprüfer wurde der Vorstand einstimmig entlastet.

 

Schwerpunkte künftiger Arbeit

Der neue Vorsitzende der Tafel, Vater von zwei erwachsenen Kindern, zeigte auch einige Schwerpunkte seiner künftigen Tafelarbeit auf. Wie Hans Liese, dessen Ehefrau Margret sich ebenfalls für die Tafel engagiert, betonte, möchte er auch beruflichen Erfahrungen einbringen. Ob bei der Heranführung an eine Beschäftigung im allgemeinen Arbeitsmarkt oder der Weiterbildung für eine neue berufliche Tätigkeit, in seiner bisherigen regionalen und überregionalen Tätigkeit hat Liese schon vielen Betroffenen Hilfestellungen geben können.

Auch Tätigkeiten bei der Integration von Aussiedlern und Flüchtlingen in den deutschen Arbeitsmarkt durch sprachliche und berufliche Qualifikation waren Hans Lieses schon immer eine sehr wichtige Aufgabe.

Die Eschweger Tafel sieht Hans Liese als „zusätzliche Abfederung“ für sozial Schwache. Gerade ältere Menschen mit geringer Rente sollten den Mut aufbringen und zur Eschweger Tafel kommen. Die Hilfe der Tafel sollten aber nur wirklich Bedürftige in Anspruch nehmen, und nicht Personen, die die Tafel als zusätzliches Zubrot zu ihnen schon gewährte soziale Leistungen betrachten und auch noch fordernd auftreten.

WR-Redaktionsleiter Tobias Stück (rechts) überreicht dem Tafel-Vorstand den Scheck über 1500 Euro aus der Advent-Leser-Spendenaktion.   Foto: sf

Werra-Rundschau-Leser stifteten 1500 Euro

Tobias Stück überreicht Scheck – Die WR besucht die Tafel

 

Eschwege. Auch wenn kein Ausgabetag ist, sind die ehrenamtlichen Helfer kräftig am Wirbeln. Lebensmittel werden angeliefert und sortiert, die Räume auf Vordermann gebracht. Denn wenn am Montag, Mittwoch oder Freitag die kleinen Geschäftsräume an der Hindenlangstraße für die Kunden öffnen, muss alles vorbereitet sein. Während des Ansturms an den Ausgabetagen bleibt nicht viel Zeit, um zu organisieren.
60 Haushalte kommen an den drei Öffnungstagen jeweils zur Eschweger Tafel, um sich mit dem nötigsten zu versorgen. Gerade wurden die neuen Berechtigungsscheine verteilt. Die Tafel versorgt jetzt 463 Menschen. „Mehr geht nicht“, sagt Eckhard Göller, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins. Die Lagerkapazitäten würden knapp werden und die Kräfte der ehrenamtlichen Helfer überschreiten.
30 Männer und Frauen, alle im Rentenalter, halten den Betrieb der Eschweger Tafel aufrecht. Sie verwalten ein Jahresbudget von rund 50 000 Euro – so viel wie in einem kleinen Betrieb. Fast jeden Tag sind sie mehrere Stunden im Einsatz. „Mehr können wir uns nicht zumuten“, sagt die ehemalige Vorsitzende Margot Furchert. Der Bedarf wäre allerdings vorhanden.
In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Arbeit und die Kundschaft extrem verändert. Zu einem großen Teil gehörten jetzt Flüchtlinge und Asylbewerber zu den Bedürftigen. Die Hälfte der anerkannten Haushalte sind deutsch, die andere Hälfte hat einen Migrationshintergrund. Die meisten Familien (41) kommen aus Syrien, gefolgt von Afghanistan (18), Russland (15), Ukraine und Iran (jeweils 5). „Dadurch entstehen natürlich Verständigungsprobleme“, sagt Kassiererin Karin Hellwig. Alles dauert jetzt länger, die Abläufe verzögern sich. Das sei sehr belastend für die Mitarbeiter. Ein Tafelbesuch ist nicht vergnügungssteuerpflichtig“, sagt Margot Furchert. Das gelte für beide Seiten.

Obwohl die Mitarbeiter alles dafür tun, dass ein Besuch der Tafel so wenig aufregend wie möglich ist, scheuten noch viele den Weg zu ihnen. „Gerade Rentnern ist der Gang zu uns unangenehm“, sagt Beisitzer Siegfried Furchert. Dabei würden sie gern mehr alten Menschen helfen.
Wenn die Vorbereitungen vorbei sind, beginnt die Ruhe vor dem Sturm. Denn an den Ausgabe tagen geht es erst richtig rund. Dann sind auch die Männer der Tafel mit den beiden Lieferwagen unterwegs. 100 Kilometer legen sie zurück, um in etwa 20 Geschäften die Lebensmittel abzuholen.               Tobias Stück

 

Die Teams, die die Lebensmittel ausgeben

An drei Tagen in der Woche gibt die Eschweger Tafel Lebensmittel aus. Hier stellen wir unser Montagsteam vor: (von rechts) Christa Gries, Anni Weber, Gudrun Daniel (davor), Christa Zeich und Gabi Dänicke.

 

Das ist das Team, das am Mittwoch die gespendeten Lebensmittel ausgibt: (von rechts) Ursel Böttner, Margret Günthroth-Liese (dahinter), Roswitha Krüger, Gabriele Heckendorf, Ulla Eisenhuth, Christina Entzroth-Rempeters und Margot Furchert.

Das Freitagsteam mit männlicher "Verstärkung": (von links) Eckhard Göller (2. Vors.), Annemarie Köhn, Jürgen Heising (1. Vors.), Gudrun Günter (angestellt), Renate Herschelmann, Marianne Meister, Jutta Vaupel und Anette Stöhr.                                                                   Fotos: S. Furchert

UNSERE MEINUNG



50 Prozent Lebensmittel werden weggeworfen - und Menschen verhungern!

Sie war lange überfällig und sollte nicht abreißen, die Diskussion in den letzten Tagen und Wochen, in der es um die Vernichtung von Lebensmitteln geht. Fernsehreportagen und die in den Kinos gelaufene Dokumentation „Taste the waste“ prangern diesen unhaltbaren und unglaublichen Ist-Zustand an, der die traurige Realität aufzeigt: Rund 50 Prozent (!) aller Lebensmittel werden weggeworfen – von den Erzeugern, den Händlern, oder gar den Verbrauchern selbst.

Das gefällt niemandem, und doch wird nur wenig oder nichts unternommen, um diesen himmelschreienden Zustand zu beenden. Alle machen weiter mit oder schauen ganz einfach weg – und täglich verhungern viele Menschen. Unglaublich und beschämend!

Nur wenige Institutionen suchen nach Antworten und Lösungen. So wie die Dokumentation „Taste the waste“, die diese Missstände aufdeckt und sogar viele brauchbare Vorschläge unterbreitet.

Solange aber die EU ihre zum großen Teil überzogenen Haltbarkeits-Vorschriften nicht revidiert und zurückfährt, die die großen Erzeuger und Supermärkte sogar zur Vernichtung der Lebensmittel zwingt, anstatt sie Bedürftigen oder den Tafeln weiter-zugeben, oder nur das Gewinnstreben vieler Behörden, Erzeuger und Märkte im Vordergrund steht, die nur teuer verkaufen, Reste aber nicht abgeben wollen, und solange auch bei den End-Verbrauchern kein Umdenken einsetzt, die sich allzu schnell von angeblich verdorbenen, aber noch essbaren Lebensmitteln trennen, solange wird sich an der Wegwerf-Mentalität nichts ändern. Und täglich verhungern weiter Menschen!

Auch ein Thema für die politischen Gremien auf Landes- und Bundesebene, sich ganz intensiv damit zu befassen, aktiv zu werden, Initiativen zu gründen und nach brauchbaren und praktikablen Lösungen zu suchen. Denn wenn aus 50 Prozent vernichteter Lebensmittel 40 oder 30 werden, kann schon vielen hungernden Menschen geholfen werden. Erinnern wir immer wieder daran, dass auch nur ein gerettetes Menschenleben diesen Einsatz wert ist.        

                                                                                  Siegfried Furchert

 



UNSERE MEINUNG


Keine Menschen


zweiter Klasse!


In den letzten Tagen eine oft gestellte Frage: Ob man der Eschweger Tafel auch schon aus den Regalen geräumte falsch deklarierte Bio-Eier oder mit Pferdefleisch versetzte Lebensmittel und Tiefkühl-Produkte angeboten hat? Nein! Alle Spender in der Region, die die Eschweger Tafel Tag für Tag, Woche für Woche einwandfreie Lebensmittel spenden, handeln verantwortungsbewusst, haben sich von der Hysterie um die mit Pferdefleisch versetzten Produkte nicht anstecken lassen. Sie haben den Vorschlag dieses Abgeordneten gar nicht diskutiert, diese Lebensmittel an die Tafel oder andere karitative Einrichtungen der Region weiter zu geben.

Auch der Bundesverband Deutscher Tafeln e.V. reagierte mit Unverständnis und Empörung auf den Vorschlag, die Eschweger Tafel schließt sich an. Nicht, weil wir uns vor dieser Ware ekeln oder sie als minderwertig einstufen. Aber: Es kann nicht sein, dass Lebensmittel, die Betrüger auf den Markt brachten, die in betrügerischer Absicht falsch deklariert sind und die der größte Teil der Verbraucher deshalb auch strikt ablehnt, als gut genug für Bedürftige eingestuft werden. Bedürftige sind keine Menschen und Verbraucher zweiter Klasse!

Die Eschweger Tafel wird auch in Zukunft den bedürftigen Menschen, die sie betreut, nur einwandfreie Waren anbieten.

 

Für den Vorstand der Eschweger Tafel: Margot Furchert, 1. Voritzende



Politik nicht aus der Verantwortung entlassen!

Nach von der europäischen Statistikbehörde Eurostat veröffentlichten Zahlen sind hierzulande 70 Prozent der Erwerbslosen arm. EU-weit liegt die Quote allerdings niedriger – bei 45 Prozent.

Dass die meisten Arbeitslosen hierzulande ein Leben an oder unter der Armutsgrenze führen müssen, ist ein unhaltbarer Zustand. So fordert der Bundesverband der Tafeln e.V. eine grundsätzliche Reform der Arbeitslosenversicherung: Das Arbeitslosengeld muss armutsfest gestaltet, die Bezugsdauer ausgedehnt werden. Das Mindestarbeitslosengeld muss zudem deutlich über dem Hartz-IV-Regelsatz liegen.

Die Tafeln versuchen, so gut es eben geht, die Not etwas zu lindern, stehen aber oft vor unlösbaren Problemen. Unsere Meinung: Deshalb darf die Politik nicht aus ihrer Verantwortung entlassen werden. Denn sie hat dafür zu sorgen, dass Menschen erst gar nicht in eine Notlage geraten. Für die Daseinsversorgung ist allein der Staat zuständig. Er ist verpflichtet, sich diesem Problem mit großer Ernsthaftigkeit anzunehmen. Daran muss man immer und immer wieder erinnern.

Auf kommunaler Ebene wird die Arbeit der Eschweger Tafel, die neben Arbeitslosen und Rentnern auch viele aus osteuropäischen Ländern eingewanderte Menschen versorgt, dankenswerter Weise seit einigen Jahren unterstützt. Kreis- und Stadtverwaltung Eschwege, aber auch Mandatsträger, verschiedene politische und private Organisationen und private Spender helfen im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Mit dieser Hilfe war es zum Beispiel möglich, Beförderungs- und Fahrprobleme der Tafel zu lösen, und die neue Ausgabestelle in der Hindenlangstraße zu beziehen.

Für diese Hilfe ist die Eschweger Tafel sehr dankbar, und hofft, dass ihre Arbeit auch künftig unterstützt wird.                                   Siegfried Furchert