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Politiker besuchen Tafel

 Die Einladung der Eschweger Tafel, die seit einigen Monaten bezogenen neuen Ausgaberäume am Grünen Weg in der Eschweger Neustadt kennen zu lernen, wurde von Politikern der Stadt und des Kreises gern angenommen.Der Tafel-Vorstand begrüßte Bürgermeister Alexander Heppe, die Landtagsabgeordneten Karina Fissmann und Knut John, Kreisausschussmitglied Karl-Heinz Schäfer (vertrat Landrat Stefan Reuß) und den Stadtverordneten Markus Claus (vertrat Michael Roth). Die Vorsitzenden Hans Liese und Eckhard Göller stellten ihren Gästen die Strukturen der Tafel, den Arbeitsablauf und -umfang und den Kundenkreis vor. Bei einem Rundgang lernten die Gäste aber auch die neuen Räume kennen. Die Gäste waren beeindruckt vom Umfang der Arbeit, den die Eschweger Tafel für über 400 Kunden an fünf Tagen in der Woche verrichtet. Das brachten sie auch in ihren kurzen Ansprachen zum Ausdruck, wobei sie auch Unterstützung der Tafel-Arbeit ankündigten. - Im Bild oben: Die Gäste lernen die neuen Tafel-Räume kennen.

Rotarier spenden Wild

Nach Ankündigung einer Spende der anderen Art durch Torsten Stöber, den amtierende Präsidenten des Eschweger Rotary-Clubs, gleich eine weitere großzügige Geste des Clubs: Hans Liese, der Vorsitzende der Eschweger Tafel, holte vom Gut Marienhof in Völkershausen über 50 Kilogramm schon portioniertes Rehwildfleisch ab, das ihm Hubertus Frh. Roeder von Diersburg übergab (im Bild oben). Die Rotarier hatten sich in der augenblicklichen Pandemiezeit  spontan zu dieser Spende entschlossen, um bedürftigen Mitbürgern einmal einen besonderen Leckerbissen zukommen zu lassen. Die Freude der Tafelkunden über das Wildbret bei der Ausgabe der Tafel war und ist groß. Ihr Dank gilt den Spendern.

Eschweger Tafel gibt in neuen Räumen aus

Am 14. März stellte die Eschweger Tafel die Ausgabe von Lebensmitteln ein, seit Montag (20. April) werden die Kunden in den neuen Räumen im ehemaligen Taufrisch-Markt Jantz im Grünen Weg 2 wieder bedient. Aber Achtung: Eingang zur Tafel ist auf der Rückseite des Marktes in der Mauerstraße.

Die Tafelhelfer haben die Pause zum Umzug in die neue Ausgabe genutzt. Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter haben viele Stunden geopfert, um alle Möbel, Gerätschaften und Lebensmittel in die neuen Räume zu schaffen, die von heimischen Handwerkern für ihren neuen Zweck hergerichtet wurden (Foto oben). Vorsitzender Hans Liese dankte allen Firmen und Helfern für ihren großen Einsatz.

Die bekannten Öffnungszeiten 14.00 bis 15.00 Uhr an den Ausgabetagen Montag, Mittwoch und Freitag wurden beibehalten (Foto unten). Auch alle Ausweise sind weiter gültig. Lebensmittel von den Spenderfirmen werden weiter von Montag bis Freitag eingesammelt.

Bei den Ausgaben müssen bis auf weiteres alle Kunden wie auch die Helfer der Tafel die vorgeschriebenen Hygieneregeln wegen der Coronakrise unbedingt beachten. Ein Ordnungsdient achtet darauf.

Die Eschweger Tafel bedauert es sehr, dass sie wegen der Corona-Krise ihre Arbeit (vorläufig) einstellen musste. Aber jetzt haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr Zeit, den Umzug in unsere neue Ausgabe in Eschwege, Grüner Weg 2 (ehemaliger Taufrisch-Markt Jantz) vorzunehmen. Viele Regale und Waren sind schon im neuen Quartier. Es bleibt noch einige Arbeit, die aber von den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht bewältigt werden kann. Erfreulicherweise kann die Tafel aber auf die Hilfe des heimischen Handwerks zählen, die die Tafel beim Umzug unterstützt. Vorsitzender Hans Liese: "Ohne diese Hilfen wären wir aufgeschmissen!". So bauen die Mitarbeiter der Schreinerei Berneburg die Wände zum separaten Warenlager auf (im Bild oben die Helfer der Tafel und die Schreiner Timo Pippart und Florian Krug), die Klempnerei Larbig sorgt für frisch fließendes Wasser, Elektro-Benning für mehr Licht, die Firma Reinl für die neue Beschilderung. Russek +Burkhard sorgen für Sauberkeit und die Klimatechnik Wolf (BSA) hat den begehbaren Kühlschrank ab- und am neuen Platz wieder aufgebaut (Foto unten). Für diese Hilfen, die zum großen Teil sehr kostengünstig ausgeführt werden (Spenden!) dankt die Tafel, die sich rechtzeitig meldet, wann wieder Waren ausgegeben werden können. 

Ein frohes Fest              und alles Gute für 2020

Allen Mitgliedern, Helfern, den Spendern und Kunden der Eschweger Tafel ein frohes Fest und alles Gute für 2020.

Die Eschweger Tafel steht im neuen Jahr vor großen Herausforderungen. Wir werden umziehen! Das bedeutet neue Belastungen für alle ehrenamtlichen Helfer, die sowieso schon Bewundernswertes leisten, denn die Hilfe für Bedürftige geht ohne Unterbrechung weiter. Aber auch das werden wir meistern! Außerdem hofft die Tafel, wie bisher von Märkten, Firmen, Vereinen und privaten Personen durch Spenden unterstützt zu werden. Denn nur dann können wir unsere Arbeit in dem bisherigen Umfang weiterführen.

Die Teams, die die Lebensmittel ausgeben

An drei Tagen in der Woche gibt die Eschweger Tafel Lebensmittel aus. Hier stellen wir unser Montagsteam vor: (von rechts) Christa Gries, Anni Weber, Gudrun Daniel (davor), Christa Zeich und Gabi Dänicke.

 

Das ist das Team, das am Mittwoch die gespendeten Lebensmittel ausgibt: (von rechts) Ursel Böttner, Margret Günthroth-Liese (dahinter), Roswitha Krüger, Gabriele Heckendorf, Ulla Eisenhuth, Christina Entzroth-Rempeters und Margot Furchert.

Das Freitagsteam mit männlicher "Verstärkung": (von links) Eckhard Göller (2. Vors.), Annemarie Köhn, Jürgen Heising (1. Vors.), Gudrun Günter (angestellt), Renate Herschelmann, Marianne Meister, Jutta Vaupel und Anette Stöhr.                                                                   Fotos: S. Furchert

UNSERE MEINUNG



50 Prozent Lebensmittel werden weggeworfen - und Menschen verhungern!

Sie war lange überfällig und sollte nicht abreißen, die Diskussion in den letzten Tagen und Wochen, in der es um die Vernichtung von Lebensmitteln geht. Fernsehreportagen und die in den Kinos gelaufene Dokumentation „Taste the waste“ prangern diesen unhaltbaren und unglaublichen Ist-Zustand an, der die traurige Realität aufzeigt: Rund 50 Prozent (!) aller Lebensmittel werden weggeworfen – von den Erzeugern, den Händlern, oder gar den Verbrauchern selbst.

Das gefällt niemandem, und doch wird nur wenig oder nichts unternommen, um diesen himmelschreienden Zustand zu beenden. Alle machen weiter mit oder schauen ganz einfach weg – und täglich verhungern viele Menschen. Unglaublich und beschämend!

Nur wenige Institutionen suchen nach Antworten und Lösungen. So wie die Dokumentation „Taste the waste“, die diese Missstände aufdeckt und sogar viele brauchbare Vorschläge unterbreitet.

Solange aber die EU ihre zum großen Teil überzogenen Haltbarkeits-Vorschriften nicht revidiert und zurückfährt, die die großen Erzeuger und Supermärkte sogar zur Vernichtung der Lebensmittel zwingt, anstatt sie Bedürftigen oder den Tafeln weiter-zugeben, oder nur das Gewinnstreben vieler Behörden, Erzeuger und Märkte im Vordergrund steht, die nur teuer verkaufen, Reste aber nicht abgeben wollen, und solange auch bei den End-Verbrauchern kein Umdenken einsetzt, die sich allzu schnell von angeblich verdorbenen, aber noch essbaren Lebensmitteln trennen, solange wird sich an der Wegwerf-Mentalität nichts ändern. Und täglich verhungern weiter Menschen!

Auch ein Thema für die politischen Gremien auf Landes- und Bundesebene, sich ganz intensiv damit zu befassen, aktiv zu werden, Initiativen zu gründen und nach brauchbaren und praktikablen Lösungen zu suchen. Denn wenn aus 50 Prozent vernichteter Lebensmittel 40 oder 30 werden, kann schon vielen hungernden Menschen geholfen werden. Erinnern wir immer wieder daran, dass auch nur ein gerettetes Menschenleben diesen Einsatz wert ist.        

                                                                                  Siegfried Furchert

 



UNSERE MEINUNG


Keine Menschen


zweiter Klasse!


In den letzten Tagen eine oft gestellte Frage: Ob man der Eschweger Tafel auch schon aus den Regalen geräumte falsch deklarierte Bio-Eier oder mit Pferdefleisch versetzte Lebensmittel und Tiefkühl-Produkte angeboten hat? Nein! Alle Spender in der Region, die die Eschweger Tafel Tag für Tag, Woche für Woche einwandfreie Lebensmittel spenden, handeln verantwortungsbewusst, haben sich von der Hysterie um die mit Pferdefleisch versetzten Produkte nicht anstecken lassen. Sie haben den Vorschlag dieses Abgeordneten gar nicht diskutiert, diese Lebensmittel an die Tafel oder andere karitative Einrichtungen der Region weiter zu geben.

Auch der Bundesverband Deutscher Tafeln e.V. reagierte mit Unverständnis und Empörung auf den Vorschlag, die Eschweger Tafel schließt sich an. Nicht, weil wir uns vor dieser Ware ekeln oder sie als minderwertig einstufen. Aber: Es kann nicht sein, dass Lebensmittel, die Betrüger auf den Markt brachten, die in betrügerischer Absicht falsch deklariert sind und die der größte Teil der Verbraucher deshalb auch strikt ablehnt, als gut genug für Bedürftige eingestuft werden. Bedürftige sind keine Menschen und Verbraucher zweiter Klasse!

Die Eschweger Tafel wird auch in Zukunft den bedürftigen Menschen, die sie betreut, nur einwandfreie Waren anbieten.

 

Für den Vorstand der Eschweger Tafel: Margot Furchert, 1. Voritzende



Politik nicht aus der Verantwortung entlassen!

Nach von der europäischen Statistikbehörde Eurostat veröffentlichten Zahlen sind hierzulande 70 Prozent der Erwerbslosen arm. EU-weit liegt die Quote allerdings niedriger – bei 45 Prozent.

Dass die meisten Arbeitslosen hierzulande ein Leben an oder unter der Armutsgrenze führen müssen, ist ein unhaltbarer Zustand. So fordert der Bundesverband der Tafeln e.V. eine grundsätzliche Reform der Arbeitslosenversicherung: Das Arbeitslosengeld muss armutsfest gestaltet, die Bezugsdauer ausgedehnt werden. Das Mindestarbeitslosengeld muss zudem deutlich über dem Hartz-IV-Regelsatz liegen.

Die Tafeln versuchen, so gut es eben geht, die Not etwas zu lindern, stehen aber oft vor unlösbaren Problemen. Unsere Meinung: Deshalb darf die Politik nicht aus ihrer Verantwortung entlassen werden. Denn sie hat dafür zu sorgen, dass Menschen erst gar nicht in eine Notlage geraten. Für die Daseinsversorgung ist allein der Staat zuständig. Er ist verpflichtet, sich diesem Problem mit großer Ernsthaftigkeit anzunehmen. Daran muss man immer und immer wieder erinnern.

Auf kommunaler Ebene wird die Arbeit der Eschweger Tafel, die neben Arbeitslosen und Rentnern auch viele aus osteuropäischen Ländern eingewanderte Menschen versorgt, dankenswerter Weise seit einigen Jahren unterstützt. Kreis- und Stadtverwaltung Eschwege, aber auch Mandatsträger, verschiedene politische und private Organisationen und private Spender helfen im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Mit dieser Hilfe war es zum Beispiel möglich, Beförderungs- und Fahrprobleme der Tafel zu lösen, und die neue Ausgabestelle in der Hindenlangstraße zu beziehen.

Für diese Hilfe ist die Eschweger Tafel sehr dankbar, und hofft, dass ihre Arbeit auch künftig unterstützt wird.                                   Siegfried Furchert