Die Eschweger Tafel bedauert es sehr, dass sie wegen der Corona-Krise ihre Arbeit (vorläufig) einstellen musste. Aber jetzt haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr Zeit, den Umzug in unsere neue Ausgabe in Eschwege, Grüner Weg 2 (ehemaliger Taufrisch-Markt Jantz) vorzunehmen. Viele Regale und Waren sind schon im neuen Quartier. Es bleibt noch einige Arbeit, die aber von den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht bewältigt werden kann. Erfreulicherweise kann die Tafel aber auf die Hilfe des heimischen Handwerks zählen, die die Tafel beim Umzug unterstützt. Vorsitzender Hans Liese: "Ohne diese Hilfen wären wir aufgeschmissen!". So bauen die Mitarbeiter der Schreinerei Berneburg die Wände zum separaten Warenlager auf (im Bild oben die Helfer der Tafel und die Schreiner Timo Pippart und Florian Krug), die Klempnerei Larbig sorgt für frisch fließendes Wasser, Elektro-Benning für mehr Licht, die Firma Reinl für die neue Beschilderung. Russek +Burkhard sorgen für Sauberkeit und die Klimatechnik Wolf (BSA) hat den begehbaren Kühlschrank ab- und am neuen Platz wieder aufgebaut (Foto unten). Für diese Hilfen, die zum großen Teil sehr kostengünstig ausgeführt werden (Spenden!) dankt die Tafel, die sich rechtzeitig meldet, wann wieder Waren ausgegeben werden können. 

Auch Eschweger Tafel geschlossen

Wegen der Ansteckungsgefahr durch den Corunavirus wird auch die Eschweger Tafel ab sofort geschlossen. Es werden bis auf weiteres keine Lebensmittel mehr gesammelt und ausgegeben. Vorsitzender Hans Liese: "Eine weitere Öffnung können wir gegenübeer den bei uns registrierten 180 Haushalten mit rund 450 Personen, aber auch unseren vielen ehrenamtlichen Helfern gegenüber, die fast alle zur besonders gefährdeten älteren Risiko-Gruppe gehören, nicht verantworten. Wann wieder Lebensmittel ausgegeben werden, steht noch nicht fest. Die Tafel wird hier sehr eng mit den Gesundheitsbehörden zusammen arbeiten und nach deren Empfehlungen die neuen Öffnungszeiten rechtzeitig bekannt geben.

 

Ein frohes Fest              und alles Gute für 2020

Allen Mitgliedern, Helfern, den Spendern und Kunden der Eschweger Tafel ein frohes Fest und alles Gute für 2020.

Die Eschweger Tafel steht im neuen Jahr vor großen Herausforderungen. Wir werden umziehen! Das bedeutet neue Belastungen für alle ehrenamtlichen Helfer, die sowieso schon Bewundernswertes leisten, denn die Hilfe für Bedürftige geht ohne Unterbrechung weiter. Aber auch das werden wir meistern! Außerdem hofft die Tafel, wie bisher von Märkten, Firmen, Vereinen und privaten Personen durch Spenden unterstützt zu werden. Denn nur dann können wir unsere Arbeit in dem bisherigen Umfang weiterführen.

Bundespolizei spendet an die Tafel

Die Kollekte des Advents-Gottesdienstes 2019 in der Neustädter Kirche der Bundespolizei in Höhe von 703,83 Euro kommt der Eschweger Tafel zugute. Den Scheck "für die tolle ehrenamtliche Arbeit" überreichten der stellvertretende Dienststellenleiter der Bundespolizei Eschwege, Axel Gröbner (Mitte) und dessen Kollege Ralf Germerodt, in der Tafel an die Vorstandsmitglieder Hans Liese, Christa Zeich, Gudrun Daniel und Eckhard Göller. Liese: "Wir waren sehr überrascht und haben uns sehr gefreut!". Hans Liese dankte für die Spende und erläuterte den Gästen von der Bundespolizei noch einmal die Arbeit der Eschweger Tafel.                                                                             sf/Foto: Bundespolizei

Spende aus Wommen

Seit einigen Jahren unterstützt die evangelische Kirchengemeinde von Wommen und Nesselröden die Eschweger Tafel mit Lebensmittelspenden zum Erntedankfest. Aber nicht nur das. Die Pfarrerin Klöpfel überreichte den beiden Tafelvorsitzenden Hans Liese und Eckhard Göller jetzt einen gesammelten Geldbetrag von 350 Euro (im Bild oben), den die Tafel für ihre Kunden verwenden wird. Die Eschweger Tafel dankt den Spendern und Pfarrerin Klöpfel für diese Spende.

Weinachtsmarkt 2019

Der vom Eschweger Stadtmarketing ausgerichtete Weihnachtsmarkt 2019 war ein Erfolg! Das Konzept stimmte, ist sogar noch ausbaufähig. An beiden Tagen war der Marktplatz von Besuchern gut gefüllt, die ein reiches Angebot an weihnachtlichen Waren der beteiligten Vereine und Gruppen vorfanden. Auch die Eschweger Tafel beteiligte sich mit einem Stand, in dem vorwiegend selbst gebackenes Weihnachtsgebäck angeboten wurde. Großes Interesse dafür! Am Sonntag abend hieß es: Ausverkauft! Außerdem spendeten viele Marktbesucher, herzlichen Dank dafür. Der Erlös wird für unsere Kunden verwendet.   

Herzlichen Dank für ihren Einsatz auch unseren beiden Gästen: Landrat Stefan Reuß am Samstag (im Foto oben) und der Landtagsabgeordnete Knut John am Sonntag (Foto darunter) warben an unserem Stand für die Tafel und stellten die Arbeit vor.                                                                                          

Geschenke für 135 Kinder

Das Eschweger Unternehmen Flexseal, das die Eschweger Tafel schon seit einigen Jahren unterstützt, tat das auch in diesem Jahr. Die Firmenvertreter überreichten der Tafel eine Spende von 6000 Euro. 3000 Euro werden an 135 Kinder und Jugendliche in Form von Gutscheinen ausgegeben, mit denen sie sich Geschenke aussuchen können. Naturalien im Wert von ebenfalls 3000 Euro werden für erwachsene Kunden der Tafel verwendet. Flexseal wurde von den Firmen Sahm, Buchhandlung Heinemann, Sport Amman, DM Drogeriemarkt und Edeka Zeuch mit Spenden und Naturalien unterstützt. Im Bild oben die Überreichung des Schecks an die Tafel.       Foto: sf

100 Beutel Kaffee und Kakao spendete das Dienstleistungs-Unternehmen persona data Eschwege für die Kunden der Tafel. Andrea von Eschwege und Niederlassungsleiter Daniel Moog: "Wir haben auf Weihnachtsgeschenke für unsere Kunden verzichtet, um bedürftigen Menschen in diesem Jahr eine kleine Freude zu bereiten!".          Foto: sf

335 Tüten mit Lebensmitteln - das ist das Sammelergebnis der REWE-Aktion 2019. Diese Aktion wurde von REWE Deutschland durchgeführt. Die Kunden der sieben REWE-Märkte in Bad Sooden-Allendorf, Datterode, Herleshausen, Netra, Niederhone, Waldkappel und Wanfried (Foto oben) konnten die Tüten für 5 Euro erwerben und sie der Tafel zur Verfügung stellen. So kamen rund 1000 Kilo wertvolle Lebensmittel für die Kunden der Eschweger Tafel zusammen.     Foto: Tafel

15 große Tüten voller Lebensmittel sammelten die Kinder des Friedaer Kindergartens Sonnenschein auch in diesem Jahr wieder und brachten sie zur Eschweger Tafel. Margot Furchert und Vorsitzender Hans Liese bedankten sich dafür.     Foto: sf

Die Tafel-Mitarbeiter Wolfgang Mielack und Lew Sonin und Pfarrer Lecke (Bischhausen, rechts) freuen sich über das große Spendenaufkommen.

31 Kirchengemeinden spenden 4000 Kilo

ESCHWEGE. Die Tage nach dem Erntedankfest sind für die Eschweger Tafel immer arbeitsreiche Tage. Denn auch in diesem Jahr waren die Lebensmittel-Spenden von 31 Kirchengemeinden des W-M-Kreises, mit denen sie die Kirchen zu diesem Fest ausschmückten, wieder sehr groß: Die Fahrer der Tafel sammelten insgesamt 182 Kisten mit rund 4000 Kilogramm Gemüse und Lebensmitteln ein, die nun an Bedürftige ausgegeben werden. Damit wurde das Vorjahresergebnis klar übertroffen.

Hans Liese, Vorsitzender der Tafel: "Wir sind überwältigt von diesem Ergebnis und danken allen Spendern sehr herzlich. Mit den Spenden können wir vielen Bedürftigen und Familien helfen".

Die Gemeinden und ihre Spenden - 23. Sept.: Altenburschla, Aue, Datterode, Niederdünzebach, Oberdünzebach, Rambach, Röhrda, Weißenborn, Völkershausen (68 KIsten von je 20 kg).

30. Sept.: Bischhausen (22 Kist.), Eschwege (Marktkirche), Harmuthsachsen, Hetzerode, Niddawitzhausen, Kirchhosbach, Langenhain, Oetmannshausen, Rechtebach, Vierbach (gesamt 75 KIsten).

7. Okt.: Abterode, Albungen, Burghofen, Eltmannshausen, Friemen, Grebendorf, Nesselr./Holzhsn./Wommen, Schemmern, Vockerode, Waldkappel (39 KIsten, 13 Säcke Kartoffeln).     (sf)

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Die Teams, die die Lebensmittel ausgeben

An drei Tagen in der Woche gibt die Eschweger Tafel Lebensmittel aus. Hier stellen wir unser Montagsteam vor: (von rechts) Christa Gries, Anni Weber, Gudrun Daniel (davor), Christa Zeich und Gabi Dänicke.

 

Das ist das Team, das am Mittwoch die gespendeten Lebensmittel ausgibt: (von rechts) Ursel Böttner, Margret Günthroth-Liese (dahinter), Roswitha Krüger, Gabriele Heckendorf, Ulla Eisenhuth, Christina Entzroth-Rempeters und Margot Furchert.

Das Freitagsteam mit männlicher "Verstärkung": (von links) Eckhard Göller (2. Vors.), Annemarie Köhn, Jürgen Heising (1. Vors.), Gudrun Günter (angestellt), Renate Herschelmann, Marianne Meister, Jutta Vaupel und Anette Stöhr.                                                                   Fotos: S. Furchert

UNSERE MEINUNG



50 Prozent Lebensmittel werden weggeworfen - und Menschen verhungern!

Sie war lange überfällig und sollte nicht abreißen, die Diskussion in den letzten Tagen und Wochen, in der es um die Vernichtung von Lebensmitteln geht. Fernsehreportagen und die in den Kinos gelaufene Dokumentation „Taste the waste“ prangern diesen unhaltbaren und unglaublichen Ist-Zustand an, der die traurige Realität aufzeigt: Rund 50 Prozent (!) aller Lebensmittel werden weggeworfen – von den Erzeugern, den Händlern, oder gar den Verbrauchern selbst.

Das gefällt niemandem, und doch wird nur wenig oder nichts unternommen, um diesen himmelschreienden Zustand zu beenden. Alle machen weiter mit oder schauen ganz einfach weg – und täglich verhungern viele Menschen. Unglaublich und beschämend!

Nur wenige Institutionen suchen nach Antworten und Lösungen. So wie die Dokumentation „Taste the waste“, die diese Missstände aufdeckt und sogar viele brauchbare Vorschläge unterbreitet.

Solange aber die EU ihre zum großen Teil überzogenen Haltbarkeits-Vorschriften nicht revidiert und zurückfährt, die die großen Erzeuger und Supermärkte sogar zur Vernichtung der Lebensmittel zwingt, anstatt sie Bedürftigen oder den Tafeln weiter-zugeben, oder nur das Gewinnstreben vieler Behörden, Erzeuger und Märkte im Vordergrund steht, die nur teuer verkaufen, Reste aber nicht abgeben wollen, und solange auch bei den End-Verbrauchern kein Umdenken einsetzt, die sich allzu schnell von angeblich verdorbenen, aber noch essbaren Lebensmitteln trennen, solange wird sich an der Wegwerf-Mentalität nichts ändern. Und täglich verhungern weiter Menschen!

Auch ein Thema für die politischen Gremien auf Landes- und Bundesebene, sich ganz intensiv damit zu befassen, aktiv zu werden, Initiativen zu gründen und nach brauchbaren und praktikablen Lösungen zu suchen. Denn wenn aus 50 Prozent vernichteter Lebensmittel 40 oder 30 werden, kann schon vielen hungernden Menschen geholfen werden. Erinnern wir immer wieder daran, dass auch nur ein gerettetes Menschenleben diesen Einsatz wert ist.        

                                                                                  Siegfried Furchert

 



UNSERE MEINUNG


Keine Menschen


zweiter Klasse!


In den letzten Tagen eine oft gestellte Frage: Ob man der Eschweger Tafel auch schon aus den Regalen geräumte falsch deklarierte Bio-Eier oder mit Pferdefleisch versetzte Lebensmittel und Tiefkühl-Produkte angeboten hat? Nein! Alle Spender in der Region, die die Eschweger Tafel Tag für Tag, Woche für Woche einwandfreie Lebensmittel spenden, handeln verantwortungsbewusst, haben sich von der Hysterie um die mit Pferdefleisch versetzten Produkte nicht anstecken lassen. Sie haben den Vorschlag dieses Abgeordneten gar nicht diskutiert, diese Lebensmittel an die Tafel oder andere karitative Einrichtungen der Region weiter zu geben.

Auch der Bundesverband Deutscher Tafeln e.V. reagierte mit Unverständnis und Empörung auf den Vorschlag, die Eschweger Tafel schließt sich an. Nicht, weil wir uns vor dieser Ware ekeln oder sie als minderwertig einstufen. Aber: Es kann nicht sein, dass Lebensmittel, die Betrüger auf den Markt brachten, die in betrügerischer Absicht falsch deklariert sind und die der größte Teil der Verbraucher deshalb auch strikt ablehnt, als gut genug für Bedürftige eingestuft werden. Bedürftige sind keine Menschen und Verbraucher zweiter Klasse!

Die Eschweger Tafel wird auch in Zukunft den bedürftigen Menschen, die sie betreut, nur einwandfreie Waren anbieten.

 

Für den Vorstand der Eschweger Tafel: Margot Furchert, 1. Voritzende



Politik nicht aus der Verantwortung entlassen!

Nach von der europäischen Statistikbehörde Eurostat veröffentlichten Zahlen sind hierzulande 70 Prozent der Erwerbslosen arm. EU-weit liegt die Quote allerdings niedriger – bei 45 Prozent.

Dass die meisten Arbeitslosen hierzulande ein Leben an oder unter der Armutsgrenze führen müssen, ist ein unhaltbarer Zustand. So fordert der Bundesverband der Tafeln e.V. eine grundsätzliche Reform der Arbeitslosenversicherung: Das Arbeitslosengeld muss armutsfest gestaltet, die Bezugsdauer ausgedehnt werden. Das Mindestarbeitslosengeld muss zudem deutlich über dem Hartz-IV-Regelsatz liegen.

Die Tafeln versuchen, so gut es eben geht, die Not etwas zu lindern, stehen aber oft vor unlösbaren Problemen. Unsere Meinung: Deshalb darf die Politik nicht aus ihrer Verantwortung entlassen werden. Denn sie hat dafür zu sorgen, dass Menschen erst gar nicht in eine Notlage geraten. Für die Daseinsversorgung ist allein der Staat zuständig. Er ist verpflichtet, sich diesem Problem mit großer Ernsthaftigkeit anzunehmen. Daran muss man immer und immer wieder erinnern.

Auf kommunaler Ebene wird die Arbeit der Eschweger Tafel, die neben Arbeitslosen und Rentnern auch viele aus osteuropäischen Ländern eingewanderte Menschen versorgt, dankenswerter Weise seit einigen Jahren unterstützt. Kreis- und Stadtverwaltung Eschwege, aber auch Mandatsträger, verschiedene politische und private Organisationen und private Spender helfen im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Mit dieser Hilfe war es zum Beispiel möglich, Beförderungs- und Fahrprobleme der Tafel zu lösen, und die neue Ausgabestelle in der Hindenlangstraße zu beziehen.

Für diese Hilfe ist die Eschweger Tafel sehr dankbar, und hofft, dass ihre Arbeit auch künftig unterstützt wird.                                   Siegfried Furchert