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Kindern Wünsche erfüllen

Schon zum sechsten Mal starteten Mitarbeiter der Eschweger Firma Flexseal (Hessenring) die im Hauptkonzern geborene Idee einer "Christmas Children Charity". Die Aktion 2020 will bedürftigen Kindern in der Vorweihnachtszeit eine Freude machen, die sich mit Gutscheinen einige ihrer persönlichen Wünsche erfüllen können. Die Flexseal-Mitarbeiter sammelten Bargeld und Sachspenden im Gesamtwert von 3000 Euro, wobei sie von der Firma Sahm und deren Mitarbeiter unterstützt wurden, die 950 Euro beisteuerten. Flexseal-Mitarbeiterin Sonja Eichenberg überreichte einen Scheck über 1250 Euro dem Tafelvorsitzenden Hans Liese (im Bild oben), der den Firmen für die großherzige Spende dankte. Die gesammelten Pflegeprodukte werden an die erwachsenen Kunden der Tafel ausgeben.

Schenke ein Lächeln

Die eGmbH "Schenke ein Lächeln" aus Wolfsburg vertreibt die in der Pandemiezeit so dringend benötigten Gesichtsmasken. Besonders ansprechend das Motiv auf den Masken, das einen Lachmund zeigt. Die eGmbH spendet für jede verkaufte Maske an Betriebe und Unternehmen die gleiche Anzahl von Masken an die deutschen Tafeln. So durften sich auch die Mitarbeiter der Eschwege Tafel über 100 gespendete Masken freuen, die sie künftig bei der Ausgabe der Waren tragen (im Bild oben) - und den Kunden neben den Waren zusätzlich "ein Lächeln schenken" werden.

Kindergarten Frieda hilft

Schon seit Jahren unterstützt der Friedaer Kindergarten "Sonnenschein" in der Vorweihnachtszeit die Eschweger Tafel. Die Eltern der dort betreuten Kinder erwerben Lebensmittel und geben sie ihren Kindern mit. Die Pandemie verhinderte, dass die Friedaer Kinder die rund 150 Kilo Lebensmittel diesmal selbst nach Eschwege bringen duften. Diese Aufgabe übernahmen die beiden Erzieherinnen Annika Hose und Natalie Haritaworn, die den sich bedankenden Vorstandsmitgliedern Margot Furchert und Eckhard Göller die Lebensmittel übergaben (Foto oben). Als kleines Dankeschön gingen Mal-Utensilien und Obstsaft zurück nach Frieda.

Die Eintracht-Schals waren dabei: Reiner Mayer und Matthias Dietzel vom Eintracht-Fanclub "Eagles" übergaben dem Tafel-Vorstand die Spende.

Die gute Tat der Eintracht-Fans "Eagles"

Betrag für nicht genutzte Eintrittskarten der  Eschweger Tafel gespendet

 

ESCHWEGE. Die Fans der Fußball-Bundesligen müssen sich seit Mai mit magerer Kost begnügen. Wegen der Corona-Pandemie dürfen sie ihre Lieblinge in den Stadien nicht mehr direkt anfeuern, die müssen in „Geisterspielen“ ohne ihr Publikum um Punkte kämpfen.

Wie die Fans und Mitglieder der vielen Fanclubs mit dieser Situation umgehen, sie statt zu resignieren den Absagen sogar noch eine gute Seite abgewinnen, dafür lieferte der Eintracht Frankfurt-Fanclub „Eagles“ Reichensachsen jüngst ein gutes Beispiel. Der seit 1989 bestehende Club hatte, wie der Vorsitzende Reiner Mayer mitteilt, den Besuch der Partie der Eintracht am 16. Mai gegen den FC Schalke 04 geplant, auch die Eintrittskarten erworben. Der Lockdown verhinderte an diesem Samstag aber den Besuch dieser und vieler anderer Partien und die Fahrt der Wehretaler nach Frankfurt. Die gesamte Saison wurde mit den „Geisterspielen“, ohne Fans in den Stadien, beendet.

Die „Eagles“ aus Reichensachsen konnten sich am 16. Mai zwar über den 2:1-Heimsieg der Eintracht freuen, mussten aber mit dem Fernseh-Bericht zufrieden sein. Großzügige Geste der Eintracht: Sie erstattete den Fans und den Fanclubs das Geld für die nicht genutzten Eintrittskarten zurück. So kam ein sechsstelliger Betrag zusammen, den die Fans als Spende an die Frankfurter Tafel überwiesen.

Auch die „Eagles“ aus Wehretal bekamen ihr Geld zurück. Club-Vorsitzender Reiner Mayer: „Wir beschlossen, bei Rückzahlung des Geldes einen Betrag zu spenden. Allerdings nicht für den Frankfurter Raum, sondern in unserer Heimat und damit der Eschweger Tafel“. Dieser Tage besuchten Vorsitzender Reiner Mayer und sein Kassenwart Matthias Dietzel die Eschweger Tafel, überreichten den dankbaren Vorstandsmitgliedern Margot Furchert und Hans Liese die Spende von 376 Euro. Hans Liese: „Wir freuen uns, dass auch Sportler unsere Arbeit anerkennen und spenden. Zur Nachahmung empfohlen, denn uns hilft jede Summe!“.               (sf)

         

Politiker besuchen Tafel

 Die Einladung der Eschweger Tafel, die seit einigen Monaten bezogenen neuen Ausgaberäume am Grünen Weg in der Eschweger Neustadt kennen zu lernen, wurde von Politikern der Stadt und des Kreises gern angenommen.Der Tafel-Vorstand begrüßte Bürgermeister Alexander Heppe, die Landtagsabgeordneten Karina Fissmann und Knut John, Kreisausschussmitglied Karl-Heinz Schäfer (vertrat Landrat Stefan Reuß) und den Stadtverordneten Markus Claus (vertrat Michael Roth). Die Vorsitzenden Hans Liese und Eckhard Göller stellten ihren Gästen die Strukturen der Tafel, den Arbeitsablauf und -umfang und den Kundenkreis vor. Bei einem Rundgang lernten die Gäste aber auch die neuen Räume kennen. Die Gäste waren beeindruckt vom Umfang der Arbeit, den die Eschweger Tafel für über 400 Kunden an fünf Tagen in der Woche verrichtet. Das brachten sie auch in ihren kurzen Ansprachen zum Ausdruck, wobei sie auch Unterstützung der Tafel-Arbeit ankündigten. - Im Bild oben: Die Gäste lernen die neuen Tafel-Räume kennen.

WERRA-RUNDSCHAU:

Ein Glücksfall - Eschweger Tafel in neuen Räumen

VON TOBIAS STÜCK

 

ESCHWEGE – Die Coronapandemie macht es unmöglich, die neuen Räume einer großen Öffentlichkeit vorzustellen. Deshalb haben wir uns umgesehen und stellen die Eschweger Tafel vor.

2 Euro muss jeder Abholer bezahlen, um bei der Eschweger Tafel einkaufen zu dürfen. „Der Beitrag deckt nicht die Kosten, dient aber der Wertschätzung“, sagt Vorsitzender Hans Liese. Dabei sei es egal, ob die Kunden anschließend für eine Person oder für die ganze Familie einkaufen würden.

3 Ausgabetage bietet die Eschweger Tafel jede Woche an. Montags, mittwochs und freitags kommen die Kunden über den Hintereingang des ehemaligen Supermarkts. Die Anonymität, im geschützten Raum anzustehen, würden die Kunden schätzen, sagt Liese.

5 Wochen war die Eschweger Tafel während des Lockdowns im Frühjahr geschlossen. Alle Mitarbeiter der Tafel in Eschwege gehören zur Risikogruppe. Die Zeit haben die Ehrenamtlichen genutzt, um den Umzug vorzubereiten. Am 20. April hat die Eschweger Tafel als eine der ersten der 57 hessischen Tafeln wiedereröffnet. „Das war nur wegen der neuen Räume, in denen wir ein schlüssiges Hygienekonzept umsetzen können, möglich“, sagt Siegfried Furchert, Beisitzer im Vorstand.

22 Jahre existiert die Tafel inzwischen in Eschwege. Gegründet wurde sie im Stadtteilladen auf dem Heuberg. 2000 zog sie in die Hospitalstraße, 2011 in die Hindenlangstraße. Dort musste sie wegen eines Neubauprojekts weichen. Zehn Räume hat sich der Vorstand angeschaut, bevor ihnen der ehemalige Supermarkt, den sie sich mit der Hospizgruppe teilen, angeboten wurde.

25 Unternehmen spenden regelmäßig an die Eschweger Tafel. Supermärkte sind genauso dabei wie Bäcker und Landwirte. Mehrere Fahrer sind an fünf Tagen in der Woche unterwegs, um die Waren einzusammeln. Im nächsten Jahr muss der Transporter ersetzt werden.

38 Ehrenamtliche sorgen für den reibungslosen Ablauf. Drei Mitarbeiter werden geringfügig beschäftigt. Wenn die Waren bei der Tafel eintreffen, werden sie aufbereitet und vorsortiert. Was nicht mehr zu gebrauchen ist, geht an Landwirte. An drei Tagen werden die Waren ausgegeben.

50 Kunden kommen pro Ausgabetag, um die Waren abzuholen. „Jeder Einkauf hat einen Wert von rund 30 Euro“, sagt Eckhard Göller, zweiter Vorsitzender. Etwa 20 Personen pro Woche werden darüber hinaus von der Tafel beliefert, weil der Weg zu beschwerlich ist. Fast alle Kunden kommen aus Eschwege (82 Prozent).

167 Abholer sind bei der Eschweger Tafel registriert. Alle empfangen Sozialleistungen. 45 Prozent davon sind Ein-Personen-Haushalte, der Rest Familien. Insgesamt werden somit derzeit 402 Personen von der Eschweger Tafel versorgt. 190 haben deutsche Wurzeln, etwa 210 besitzen einen Migrationshintergrund. 22 Prozent der Leistungsbezieher sind Rentner.

4000 Euro braucht die Eschweger Tafel jeden Monat, um die Betriebskosten zu erbringen. Das meiste kommt durch Spenden zusammen. „Ein Schüler spendet beispielsweise jeden Monat fünf Euro von seinem Taschengeld per Dauerauftrag an uns“, berichtet Hans Liese.

15 000 Euro hat der Umzug in die neuen Räume die Tafel gekostet. Mehr als zwei Drittel davon hat die Tafel Hessen übernommen. Viele Eschweger Handwerksbetriebe haben zu Sonderkonditionen gearbeitet, berichtet Liese. Besonders stolz ist er auf die handwerklich geschickten Mitglieder, die dem Verein viel Geld gespart haben. Knapp 500 Quadratmeter stehen der Eschweger Tafel jetzt im Grünen Weg zur Verfügung. Insbesondere die ehemalige Fleischtheke nutzen sie zur Warenabgabe – unter Einhaltung der Abstandsregeln. Im Hintergrund werden die Waren verteilt. Warteraum, ein großes Lager und ein Besprechungs- und Büroraum ergänzen das neue Raumangebot.

 

Hilfe ständig gesucht: Ehrenamtlich mitarbeiten oder Sponsor werden

Die Arbeit der Eschweger Tafel ist ehrenamtlich. Drei Mitarbeiter sind geringfügig beschäftigt, der Rest arbeitet unentgeltlich. In den meisten Fällen sind die ehrenamtlichen Rentner und haben die 60 schon weit überschritten. Die Älteste ist 82 Jahre alt und seit der ersten Stunde vor 22 Jahren dabei. „Und hier liegt das Problem“, sagt der zweite Vorsitzende Eckhard Göller.

Der Verein brauche jungen Nachwuchs – sowohl bei der täglichen Arbeit als auch im Vorstand. Zu den Arbeiten zählen das Einholen der Waren, die Sortierarbeit und am Ende die Warenausgabe. Ebenso gern sind Sponsoren gesehen, die die Arbeit der Tafel regelmäßig unterstützen. Interessierte können unter 0 56 51/33 80 92 oder info@eschweger-tafel.de Kontakt aufnehmen. Weitere Informationen unter eschweger-tafel.de

Rotarier spenden Wild

Nach Ankündigung einer Spende der anderen Art durch Torsten Stöber, den amtierende Präsidenten des Eschweger Rotary-Clubs, gleich eine weitere großzügige Geste des Clubs: Hans Liese, der Vorsitzende der Eschweger Tafel, holte vom Gut Marienhof in Völkershausen über 50 Kilogramm schon portioniertes Rehwildfleisch ab, das ihm Hubertus Frh. Roeder von Diersburg übergab (im Bild oben). Die Rotarier hatten sich in der augenblicklichen Pandemiezeit  spontan zu dieser Spende entschlossen, um bedürftigen Mitbürgern einmal einen besonderen Leckerbissen zukommen zu lassen. Die Freude der Tafelkunden über das Wildbret bei der Ausgabe der Tafel war und ist groß. Ihr Dank gilt den Spendern.

Eschweger Tafel gibt in neuen Räumen aus

Am 14. März stellte die Eschweger Tafel die Ausgabe von Lebensmitteln ein, seit Montag (20. April) werden die Kunden in den neuen Räumen im ehemaligen Taufrisch-Markt Jantz im Grünen Weg 2 wieder bedient. Aber Achtung: Eingang zur Tafel ist auf der Rückseite des Marktes in der Mauerstraße.

Die Tafelhelfer haben die Pause zum Umzug in die neue Ausgabe genutzt. Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter haben viele Stunden geopfert, um alle Möbel, Gerätschaften und Lebensmittel in die neuen Räume zu schaffen, die von heimischen Handwerkern für ihren neuen Zweck hergerichtet wurden (Foto oben). Vorsitzender Hans Liese dankte allen Firmen und Helfern für ihren großen Einsatz.

Die bekannten Öffnungszeiten 14.00 bis 15.00 Uhr an den Ausgabetagen Montag, Mittwoch und Freitag wurden beibehalten (Foto unten). Auch alle Ausweise sind weiter gültig. Lebensmittel von den Spenderfirmen werden weiter von Montag bis Freitag eingesammelt.

Bei den Ausgaben müssen bis auf weiteres alle Kunden wie auch die Helfer der Tafel die vorgeschriebenen Hygieneregeln wegen der Coronakrise unbedingt beachten. Ein Ordnungsdient achtet darauf.

Die Eschweger Tafel bedauert es sehr, dass sie wegen der Corona-Krise ihre Arbeit (vorläufig) einstellen musste. Aber jetzt haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr Zeit, den Umzug in unsere neue Ausgabe in Eschwege, Grüner Weg 2 (ehemaliger Taufrisch-Markt Jantz) vorzunehmen. Viele Regale und Waren sind schon im neuen Quartier. Es bleibt noch einige Arbeit, die aber von den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht bewältigt werden kann. Erfreulicherweise kann die Tafel aber auf die Hilfe des heimischen Handwerks zählen, die die Tafel beim Umzug unterstützt. Vorsitzender Hans Liese: "Ohne diese Hilfen wären wir aufgeschmissen!". So bauen die Mitarbeiter der Schreinerei Berneburg die Wände zum separaten Warenlager auf (im Bild oben die Helfer der Tafel und die Schreiner Timo Pippart und Florian Krug), die Klempnerei Larbig sorgt für frisch fließendes Wasser, Elektro-Benning für mehr Licht, die Firma Reinl für die neue Beschilderung. Russek +Burkhard sorgen für Sauberkeit und die Klimatechnik Wolf (BSA) hat den begehbaren Kühlschrank ab- und am neuen Platz wieder aufgebaut (Foto unten). Für diese Hilfen, die zum großen Teil sehr kostengünstig ausgeführt werden (Spenden!) dankt die Tafel, die sich rechtzeitig meldet, wann wieder Waren ausgegeben werden können. 

Ein frohes Fest              und alles Gute für 2020

Allen Mitgliedern, Helfern, den Spendern und Kunden der Eschweger Tafel ein frohes Fest und alles Gute für 2020.

Die Eschweger Tafel steht im neuen Jahr vor großen Herausforderungen. Wir werden umziehen! Das bedeutet neue Belastungen für alle ehrenamtlichen Helfer, die sowieso schon Bewundernswertes leisten, denn die Hilfe für Bedürftige geht ohne Unterbrechung weiter. Aber auch das werden wir meistern! Außerdem hofft die Tafel, wie bisher von Märkten, Firmen, Vereinen und privaten Personen durch Spenden unterstützt zu werden. Denn nur dann können wir unsere Arbeit in dem bisherigen Umfang weiterführen.

Die Teams, die die Lebensmittel ausgeben

An drei Tagen in der Woche gibt die Eschweger Tafel Lebensmittel aus. Hier stellen wir unser Montagsteam vor: (von rechts) Christa Gries, Anni Weber, Gudrun Daniel (davor), Christa Zeich und Gabi Dänicke.

 

Das ist das Team, das am Mittwoch die gespendeten Lebensmittel ausgibt: (von rechts) Ursel Böttner, Margret Günthroth-Liese (dahinter), Roswitha Krüger, Gabriele Heckendorf, Ulla Eisenhuth, Christina Entzroth-Rempeters und Margot Furchert.

Das Freitagsteam mit männlicher "Verstärkung": (von links) Eckhard Göller (2. Vors.), Annemarie Köhn, Jürgen Heising (1. Vors.), Gudrun Günter (angestellt), Renate Herschelmann, Marianne Meister, Jutta Vaupel und Anette Stöhr.                                                                   Fotos: S. Furchert

UNSERE MEINUNG



50 Prozent Lebensmittel werden weggeworfen - und Menschen verhungern!

Sie war lange überfällig und sollte nicht abreißen, die Diskussion in den letzten Tagen und Wochen, in der es um die Vernichtung von Lebensmitteln geht. Fernsehreportagen und die in den Kinos gelaufene Dokumentation „Taste the waste“ prangern diesen unhaltbaren und unglaublichen Ist-Zustand an, der die traurige Realität aufzeigt: Rund 50 Prozent (!) aller Lebensmittel werden weggeworfen – von den Erzeugern, den Händlern, oder gar den Verbrauchern selbst.

Das gefällt niemandem, und doch wird nur wenig oder nichts unternommen, um diesen himmelschreienden Zustand zu beenden. Alle machen weiter mit oder schauen ganz einfach weg – und täglich verhungern viele Menschen. Unglaublich und beschämend!

Nur wenige Institutionen suchen nach Antworten und Lösungen. So wie die Dokumentation „Taste the waste“, die diese Missstände aufdeckt und sogar viele brauchbare Vorschläge unterbreitet.

Solange aber die EU ihre zum großen Teil überzogenen Haltbarkeits-Vorschriften nicht revidiert und zurückfährt, die die großen Erzeuger und Supermärkte sogar zur Vernichtung der Lebensmittel zwingt, anstatt sie Bedürftigen oder den Tafeln weiter-zugeben, oder nur das Gewinnstreben vieler Behörden, Erzeuger und Märkte im Vordergrund steht, die nur teuer verkaufen, Reste aber nicht abgeben wollen, und solange auch bei den End-Verbrauchern kein Umdenken einsetzt, die sich allzu schnell von angeblich verdorbenen, aber noch essbaren Lebensmitteln trennen, solange wird sich an der Wegwerf-Mentalität nichts ändern. Und täglich verhungern weiter Menschen!

Auch ein Thema für die politischen Gremien auf Landes- und Bundesebene, sich ganz intensiv damit zu befassen, aktiv zu werden, Initiativen zu gründen und nach brauchbaren und praktikablen Lösungen zu suchen. Denn wenn aus 50 Prozent vernichteter Lebensmittel 40 oder 30 werden, kann schon vielen hungernden Menschen geholfen werden. Erinnern wir immer wieder daran, dass auch nur ein gerettetes Menschenleben diesen Einsatz wert ist.        

                                                                                  Siegfried Furchert

 



UNSERE MEINUNG


Keine Menschen


zweiter Klasse!


In den letzten Tagen eine oft gestellte Frage: Ob man der Eschweger Tafel auch schon aus den Regalen geräumte falsch deklarierte Bio-Eier oder mit Pferdefleisch versetzte Lebensmittel und Tiefkühl-Produkte angeboten hat? Nein! Alle Spender in der Region, die die Eschweger Tafel Tag für Tag, Woche für Woche einwandfreie Lebensmittel spenden, handeln verantwortungsbewusst, haben sich von der Hysterie um die mit Pferdefleisch versetzten Produkte nicht anstecken lassen. Sie haben den Vorschlag dieses Abgeordneten gar nicht diskutiert, diese Lebensmittel an die Tafel oder andere karitative Einrichtungen der Region weiter zu geben.

Auch der Bundesverband Deutscher Tafeln e.V. reagierte mit Unverständnis und Empörung auf den Vorschlag, die Eschweger Tafel schließt sich an. Nicht, weil wir uns vor dieser Ware ekeln oder sie als minderwertig einstufen. Aber: Es kann nicht sein, dass Lebensmittel, die Betrüger auf den Markt brachten, die in betrügerischer Absicht falsch deklariert sind und die der größte Teil der Verbraucher deshalb auch strikt ablehnt, als gut genug für Bedürftige eingestuft werden. Bedürftige sind keine Menschen und Verbraucher zweiter Klasse!

Die Eschweger Tafel wird auch in Zukunft den bedürftigen Menschen, die sie betreut, nur einwandfreie Waren anbieten.

 

Für den Vorstand der Eschweger Tafel: Margot Furchert, 1. Voritzende



Politik nicht aus der Verantwortung entlassen!

Nach von der europäischen Statistikbehörde Eurostat veröffentlichten Zahlen sind hierzulande 70 Prozent der Erwerbslosen arm. EU-weit liegt die Quote allerdings niedriger – bei 45 Prozent.

Dass die meisten Arbeitslosen hierzulande ein Leben an oder unter der Armutsgrenze führen müssen, ist ein unhaltbarer Zustand. So fordert der Bundesverband der Tafeln e.V. eine grundsätzliche Reform der Arbeitslosenversicherung: Das Arbeitslosengeld muss armutsfest gestaltet, die Bezugsdauer ausgedehnt werden. Das Mindestarbeitslosengeld muss zudem deutlich über dem Hartz-IV-Regelsatz liegen.

Die Tafeln versuchen, so gut es eben geht, die Not etwas zu lindern, stehen aber oft vor unlösbaren Problemen. Unsere Meinung: Deshalb darf die Politik nicht aus ihrer Verantwortung entlassen werden. Denn sie hat dafür zu sorgen, dass Menschen erst gar nicht in eine Notlage geraten. Für die Daseinsversorgung ist allein der Staat zuständig. Er ist verpflichtet, sich diesem Problem mit großer Ernsthaftigkeit anzunehmen. Daran muss man immer und immer wieder erinnern.

Auf kommunaler Ebene wird die Arbeit der Eschweger Tafel, die neben Arbeitslosen und Rentnern auch viele aus osteuropäischen Ländern eingewanderte Menschen versorgt, dankenswerter Weise seit einigen Jahren unterstützt. Kreis- und Stadtverwaltung Eschwege, aber auch Mandatsträger, verschiedene politische und private Organisationen und private Spender helfen im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Mit dieser Hilfe war es zum Beispiel möglich, Beförderungs- und Fahrprobleme der Tafel zu lösen, und die neue Ausgabestelle in der Hindenlangstraße zu beziehen.

Für diese Hilfe ist die Eschweger Tafel sehr dankbar, und hofft, dass ihre Arbeit auch künftig unterstützt wird.                                   Siegfried Furchert